Tschechische Newcomer bei EU-Erweiterungsfeiern in England

06-05-2004

Die EU-Erweiterung wurde von vielen Veranstaltungen und Feiern begleitet. Eine besonders gute Idee hatte sich England einfallen lassen: Das Königreich hatte junge Newcomer aus acht Beitrittsländern zu einer großen Party nach London eingeladen, die gleichzeitig der Beginn eines regen Austausches sein sollte. Dagmar Keberlova mehr zum Thema.

Großbritannien war immer der heftigste Verfechter der EU-Erweiterung, erklärte der britische Premier Tony Blair in einer Ansprache anlässlich der EU-Erweiterung. Tschechien und Großbritannien sind im Rahmen des neuen Europas alte gute Freunde, die in vielen Gebieten, darunter im Irak, in Afghanistan und im Kosovo zusammenarbeiten. Großbritannien freue sich auch, junge erfolgreiche Menschen aus den acht neuen EU-Ländern Mittel- und Osteuropas nach England im Rahmen des Projektes "Crossroads for ideas" einladen zu können, äußerte Tony Blair. Das Projekt besteht aus einer Reihe von vielen Unterprojekten. Mehr zum einen von diesen sagte uns eine der Koordinatoren in Tschechien, Valerie Korinek:

"Ein anderes Projekt, das jedes von diesen acht Beitrittsländern hat, ist "Rising Stars." Es sind wieder acht Bereiche, und in jedem wurden Leute ausgewählt, die schon fortgeschritten sind, einen Namen oder Produkte haben oder die einmal schon gehört worden sind. Diesen Menschen wollen wir helfen, dass sie Kontakt nach England bekommen. Die ausgewählten Leute fahren nach England und treffen sich dort mit Kollegen aus ihrem Bereich."

Einen der "Rising Stars", Tomas Sedlacek, der u. a. als Berater für das tschechische Finanzministerium tätig ist, fragte ich, wie er das Treffen in London erlebt habe:

"Für mich war es ein Privileg und eine Ehre, an diesem historischen Moment von weltweiter Bedeutung teilzunehmen. Es ist die Rückkehr Tschechiens nach Europa. Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte Tschechien zu den zehn am meisten entwickelten Wirtschaftsnationen der Welt und ich glaube, wenn der Kommunismus nicht dazwischen gekommen wäre, wäre unser Land bestimmt ein Gründerland der Europäischen Gemeinschaften. Die Atmosphäre dort war elektrisierend und sie hat mich an die Tage der Samtenen Revolution erinnert, die ich 13-Jähriger erlebte. Der Beitritt war der Höhepunkt der Bemühungen, die in den Tagen des Umbruchs begonnen haben. Dies halte ich für einen Erfolg sowohl der neuen als auch der alten Länder."

06-05-2004