Tschechien verstärkt seine internationale Entwicklungshilfe

03-04-2019

Das Außenministerium in Prag wird in der kommenden Woche ein neues Programm zur Entwicklungshilfe starten. Es hat den Namen „Záruka“ (deutsch: Garantie) und soll tschechischen Firmen dabei helfen, ihre Risiken bei Investitionen in Entwicklungsländern zu minimieren.

Martin Tlapa (Foto: Antonín Nádvorník, Archiv des tschechischen Außenministeriums)Martin Tlapa (Foto: Antonín Nádvorník, Archiv des tschechischen Außenministeriums) Die Tschechische Republik hat ihren Beitrag zur Entwicklungshilfe in den zurückliegenden Jahren merklich erhöht. Dazu nannte der stellvertretende Außenminister Martin Tlapa auf einer Pressekonferenz am Dienstag diese Zahlen:

„Die tschechische Entwicklungshilfe betrug in den Jahren 2017 und 2018 in etwa jeweils sieben Milliarden Kronen. Das ist ein erheblicher Zuwachs im Vergleich zu den vorherigen Jahren. 2014 beispielsweise lag unser Beitrag bei 4,4 Milliarden Kronen.“

Das entspricht einem Anstieg von 100 Millionen Euro auf nunmehr 272 Millionen Euro. Davon sind zuletzt 194 Millionen Euro in die Entwicklungsfonds internationaler Organisationen wie der Uno, der Europäischen Union oder der Weltbank geflossen. Die übrigen 78 Millionen Euro gingen an bilaterale Projekte, sie wurden von der Tschechischen Entwicklungsagentur oder den diplomatischen Vertretungen im jeweiligen Gastland betreut. Nun will Prag seinen Eigenanteil, also die direkte Hilfe vor Ort, weiter erhöhen. Dazu wurde im Außenministerium das Programm „Záruka“ entwickelt. Vize-Außenminister Tlapa:

Illustrationsfoto: Archiv ADRAIllustrationsfoto: Archiv ADRA „Ziel des Programmes ist, tschechischen Firmen bei ihren Investitionen in Entwicklungsländern eine staatliche Garantie zu gewähren. Wir wollen ihnen also helfen, die Risiken für ihre kommerziellen Projekte abzudecken. Damit haben sie dann Zugang zu den nötigen Krediten.“

Diese Unterstützung hat jedoch ihre Grenzen. So gewährt der Staat eine finanzielle Garantie bis höchstens zur Hälfte des Kredits, den die Firmen bei einer Bank aufnehmen wollen. Und die Obergrenze ist dabei ein Wert von 25 Millionen Kronen, das entspricht in etwa einer Million Euro. Zudem gilt die Unterstützung nur für Investitionen in bestimmten Ländern, betont Tlapa:

„Das Programm ‚Záruka‘ ist eine völlig neue Sache. Es ermöglicht die Finanzierung von Auslandsprojekten, die durch das Kreditinstitut Komerční banka eingeräumt wird. Tschechische Unternehmer können damit in risikoreiche Erdteile und Gebiete investieren, wie es Afrika und der Nahe Osten sind.“

Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio PragFoto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag Durch die Investitionen sollen in den betreffenden Ländern Arbeitsplätze entstehen und das Lebensniveau steigen. Vor allem humanitäre Projekte sollen unterstützt werden, erläutert der stellvertretende Außenminister:

„Konkret ist das die medizinische Hilfe, indem zum Beispiel veraltete Gesundheitseinrichtungen in Afrika moderne Ausstattungen und Komponenten aus Tschechien bekommen. Dazu wird das ortsansässige Personal entsprechend geschult. Das ist ein Modell, das andere Länder schon länger erfolgreich praktizieren. Nun wollen auch wir uns diesbezüglich stärker einbringen.“

Und verstecken braucht sich Tschechien in diesem Bereich überhaupt nicht. So informierte der Nah-Ost-Korrespondent des Tschechischen Fernsehens (ČT) am Mittwoch, wie seine Landsleute vor allem syrischen Flüchtlingen in Jordanien helfen. So seien 1500 Notunterkünfte im Flüchtlingslager Al-Azraq mit tschechischer Hilfe entstanden und jährlich kämen weitere hinzu. Und von Amman aus leisten tschechische Ärzte allen Flüchtlingen fortlaufend eine unentgeltliche medizinische Betreuung. Sie wird durch das Programm Medevac gestützt.

03-04-2019