Tod den Krebszellen

Wissenschaftler aus Tschechien und den USA haben eine neue Methode zur Krebsbekämpfung gefunden. Nun haben Sie ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorgestellt.

Illustrationsfoto: jarmoluk, Pixabay / CC0Illustrationsfoto: jarmoluk, Pixabay / CC0 Die neue Methode beim Kampf gegen den Krebs beruht darin, den wuchernden Zellen die Aminosäure Glutamin zu entziehen. Diese enthält nämlich den für sie wichtigen Stickstoff. Pavel Majer leitet das Forschungsteam an der tschechischen Akademie der Wissenschaften:

„Der Stoff entzieht den schnell wachsenden Zellen ihren elementaren Baustein. Sie können sich daraufhin einfach nicht mehr teilen.“

Der Stoff, der so wirksam gegen Krebs sein soll, heißt kurz DON. Er ist bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt. In Tests erwies sich seine große Leistungskraft bei der Zerstörung von Krebszellen. Gleichzeitig verursachte er aber ernsthafte Nebenwirkungen für Magen und Darm des Patienten.

Pavel Majer (Foto: ČTK)Pavel Majer (Foto: ČTK) Die Aufgabe seines Teams sei daher gewesen, den Stoff in „böse“ Zellen zu bringen und dessen Toxizität für andere Zellen zu beschränken, sagt Pavel Majer.

„Wir bringen den Stoff in einer unschädlichen, nicht reaktiven Form in den Körper. Erst die Prozesse, die in den Zellen verlaufen, aktivieren das Heilmittel. Dabei nutzen wir die Prozesse aus, die charakteristisch für die Krebszellen sind. Dort kommen nämlich manche Enzyme in einer höheren Konzentration vor als in gesunden Zellen.“

Mit der Idee, den Stoff DON aufs Neue zu erforschen, kamen Wissenschaftler von der Johns Hopkins University in Baltimore. Auf Grund früherer Zusammenarbeit mit Pavel Majer sprachen sie das Team vom Institut für organische Chemie und Biochemie der tschechischen Akademie der Wissenschaften an. Für das gemeinsame Projekt hat nun ein US-amerikanischer Investitionsfonds insgesamt 800 Millionen Kronen (32 Millionen Euro) bereitgestellt. Die ersten Tests an Menschen könnten etwa in anderthalb Jahren beginnen.