Statue der „Maria aus dem Exil“ zurück in Heimat

07-05-2019

Vor 25 Jahren wurde im Garten des Prämonstratenser-Stifts in Prag eine Marienstatue aufgestellt. Gestiftet wurde sie von damals im Exil lebenden Tschechen.

Statue der „Maria aus dem Exil“ (Foto: Klára Stejskalová)Statue der „Maria aus dem Exil“ (Foto: Klára Stejskalová)

Feier im Garten des Prämonstratenser-Klosters (Foto: Klára Stejskalová)Feier im Garten des Prämonstratenser-Klosters (Foto: Klára Stejskalová) An die Ereignisse vor 25 Jahren wurde an diesem Dienstag mit einer Feier im Garten des Prämonstratenser-Klosters im Prager Stadtteil Strahov erinnert. Der Vizevorsitzende des tschechischen Senats, Jiří Růžička (parteilos), sagte bei diesem Anlass:

„Kaum ein Blick auf Prag ist so schön wie jener von hier. Ich glaube, dass ein ähnliches Bild von Prag auch in den Gedanken und Herzen jener Menschen geblieben ist, die einst ihre Heimat verlassen mussten. Wir sollten auch in so schönen Momenten wie diesem nicht vergessen, warum sie gehen mussten und wer sie vertrieben hat. Es ist wichtig zu erwähnten, dass diese Statue vor 25 Jahren ein Geschenk der Auslandstschechen an ihre Heimat war.“

Die Entstehungsgeschichte des Standbildes der Maria aus dem Exil reicht aber noch viel weiter zurück. Michael Pojezdný war früher Abt im Strahov-Kloster:

Marien-Standbild wurde am 3. November 1918 umgestürzt (Foto: Public Domain)Marien-Standbild wurde am 3. November 1918 umgestürzt (Foto: Public Domain) „Im Jahr 1948 mussten in Folge der Machtübernahme durch die Kommunisten viele Bürger die Tschechoslowakei verlassen. Sie wünschten sich, mit ihrer Heimat irgendwie verbunden zu bleiben. Die Exilanten in den USA ließen eine Marienstatue anfertigen, die das Band mit ihrer Heimat symbolisierte. Sie sollte nämlich an das Marien-Standbild erinnern, das einst auf dem Altstädter Ring stand und am 3. November 1918 umgestürzt und zerstört wurde.“

Der italienische Bildhauer Alessandro Monteleone wurde beauftragt, er fertigte die Statue aus Carrara-Marmor.

„Die Statue wurde im tschechischen Papstkolleg Nepomucenum in Rom geweiht und danach in die USA gebracht. Dort wurde sie 1955 in der tschechischen Benediktiner-Abtei in Lisle bei Chicago aufgestellt.“

Michael Josef Pojezdný (Foto: Klára Stejskalová)Michael Josef Pojezdný (Foto: Klára Stejskalová) In der Abtei kamen regelmäßig im Exil lebende Tschechen zusammen, um gemeinsam zu beten. Die barocke Mariensäule für den Altstädter Ring galt als Dank für die Rettung Prags vor dem schwedischen Heer im Jahr 1648, also zu Ende des Dreißigjährigen Krieges. Diese Maria sollte die Tschechoslowakei vor den Kommunisten retten.

„Ursprünglich war geplant, die Statue nach Prag zu bringen, sobald das Land wieder frei würde. Die Exil-Tschechen dachten, die Maria könnte dann auf dem Altstädter Ring stehen. Das war aber nicht zu machen. Deswegen haben sie mich gefragt, ob sie nicht im Garten unseres Klosters oberhalb Prags eine Bleibe finden könnte.“

Der Abt stimmte zu, und am 7. Mai 1994 wurde das Standbild feierlich aufgestellt. Seitdem beten die Brüder jeweils am ersten Samstag im Monat an der Statue. Immer am ersten Mai-Wochenende finden Marien-Wallfahrten dorthin statt. Die Prämonstratenser setzen sich zudem dafür ein, die Mariensäule auf dem Altstädter Ring wieder aufzustellen. Sie war nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahr 1918 als Symbol des Habsburger Reiches zerstört worden.

07-05-2019