Skiverband streitet mit Ledecká über Vertrag

Doppel-Olympia-Siegerin Ester Ledecká hat den neuen Vertrag mit dem Tschechischen Skiverband noch nicht unterschrieben. Nun droht, dass die Wintersportlerin nicht an den Weltcup-Rennen teilnehmen kann.

Ester Ledecká (Foto: Stefan Brending, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 DE)Ester Ledecká (Foto: Stefan Brending, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 DE) Ester Ledecká hat bei den olympischen Winterspielen in Pyeongchang Geschichte geschrieben. Sie holte Olympia-Gold in zwei Sportarten: bei den Alpinen im Super-G sowie auf dem Snowboard im Parallel-Riesenslalom. Doch nun droht dem tschechischen Star der Spiele von Pyeongchang, nicht mehr für die Heimat starten zu können. Ledecká hat nämlich bislang nicht den neuen Vertrag mit dem Tschechischen Skiverband unterzeichnet.

Die Fernsehkommentatoren sind damals beim Olympia-Super-G in Pyeongchang fast heiser geworden. Ester Ledecká sorgte am 17. Februar für eine Sensation, als sie alle Favoritinnen schlug und ihr erstes Olympia-Gold gewann. Eine Woche später holte die Tschechin ihre zweite Goldmedaille, diesmal im Snowboard-Parallel-Riesenslalom. Ihre Siege in zwei unterschiedlichen Sportarten galten als ein Highlight der Olympischen Winterspiele.

Vor dem Beginn der kommenden Saison hat die 23-jährige Sportlerin aber noch nicht den neuen Vertrag mit dem Tschechischen Skiverband unterschrieben. Nun droht ihr sogar, dass sie nicht an den Weltcup-Rennen teilnehmen kann. Die Vermarktungsagentur Sport Invest vertritt die Rechte von Ledecká. Sie hielt dem Verband am Montagabend vor, dass einige Punkte des Vertrags inakzeptabel seien. Es geht vor allem um die Verteilung der Werbefläche auf der Ski-Bekleidung der Sportlerin. Ledecká soll dem Vertragsentwurf zufolge durch die Vermittlung ihrer Agentur 300 Quadratzentimeter der Fläche bei Rennen nutzen können. Jakub Čeřovský ist Generalsekretär des Skiverbandes. Nach einer Krisensitzung am Dienstagabend sagte:

Jakub Čeřovský (Foto: Archiv des tschechischen Skiverbandes)Jakub Čeřovský (Foto: Archiv des tschechischen Skiverbandes) „Der Vertrag gesteht zudem 400 Quadratzentimeter Werbe-Fläche an der Snowboard-Bekleidung zu. Ich denke, war wir bieten, liegt über dem Standard. Kein anderer Sportler in der Tschechischen Republik hat im Vertrag mit seinem Verband solch gute Bedingungen verankert.“

Der Skiverband entschied zudem auf der Sondersitzung, die Trainingsförderung um 800.000 Kronen (31000 Euro) aufzustocken. Damit soll Ledecká vom Verband insgesamt 3,75 Millionen Kronen (146.500 Euro) bekommen. Zudem werde das Tschechische Olympische Komitee mit weiterem Geld zur Finanzierung des Trainings beitragen, hieß es.

Aber auch nach der Krisensitzung des Verbandes schienen die Probleme nicht gelöst. Sport Invest wirft dem Skiverband vor, falsche Behauptungen zu veröffentlichen. In einer Erklärung vom Montagabend stand, Zitat: „Die Vertreter des Skiverbandes der Tschechischen Republik lügen und verdrehen vorsätzlich die Fakten. Wir bestehen auf unserer Erklärung, dass der Skiverband Ester Ledecká ein Ultimatum gestellt hat. Wir sind bereit nachzuweisen, dass Ester gedroht wurde, die Finanzierung ihres Trainings einzustellen und sie nicht zu den Rennen anzumelden, falls sie den Vertrag nicht bis 31. August unterschreibt.“

Die Agentur will wohl weiter mit dem Skiverband verhandeln. Vertreter von Sport Invest wollen im Laufe des Mittwochs mit einer weiteren Erklärung reagieren. Ester Ledecká trainiert zurzeit in Südamerika.

Schwierige Verhandlungen über einen Vertrag mit dem Verband nach einer erfolgreichen Saison sind nichts Neues. Ähnliche Streitigkeiten hatten früher beispielsweise auch schon der Weltcup-Gesamtsieger im Skispringen, Jakub Janda, und Langlauf-Olympiasiegerin Kateřina Neumannová.