Prager Weinberge

Dass die Prager gerne Bier trinken, ist sicherlich kein Geheimniss. Schliesslich hat es das tschechische Bier zu Weltruhm gebracht. Dass Prag aber auch auf eine lange Weintradition zurückblickt, ist weniger bekannt. Der Geschichte des Prager Weinanbaus widmet sich die Ausstellung "Prager Weinberge" im Altstädter Rathaus. Jakub Liska war für Sie dort:

Bereits seit mehr als 1000 Jahren - so erfährt man in der Ausstellung - bauen die Prager ihre eigenen Weinreben an. Als das goldene Zeitalter des Weinanbaus gilt die Zeit zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert. Vor allem Karl IV, selbst ein grosser Weinliebhaber, hat sich während dieser Zeit sehr um den Weinanbau in Prag verdient gemacht: so stellte er den Weinbauern beispielsweise Anbaugebiete zur Verfügung oder erliess ihnen Steuern - und die Einfuhr ausländischer Weine verbot er gleich ganz.

Doch der 30jährige Krieg machte dem goldenen Zeitalter ein rüdes Ende, vandalierende Soldaten liessen von den Anbaugebieten nicht mehr viel übrig. Erst im 19. Jahrhundert hatte man sich wieder beruhigt und der Wein erlebte seine Renaissance. So entstand beispielsweise im 2. Prager Stadtbezirk das Anbaugebiet Grebowka - auf knapp 1,5 Hektar wachsen hier quasi im Stadtzentrum noch heute 12.700 Weinreben, aus denen so bekannte Weine wie Mueller Thurgau oder Rheinischer Riesling gewonnen werden. Das Anbaugebiet Machalka in Vysocany existiert bereits seit dem 11. Jahrhundert. Vor zwei Jahren wurden dort insgesamt 9 Tonnen der süssen Früchte geerntet - für Prag eine rekordverdächtige Zahl.

Anders als im benachbarten Österreich, wo interessierten Besuchern Führungen durch die Weinberge angeboten werden, sind die Anbaugebiete in Prag für die Öffentlichkeit leider nicht zugänglich. Wer jedoch mehr über die Geschichte des Prager Weinanbaus erfahren möchte, kann die Ausstellung noch bis zum 11. August im Altstädter Rathaus besuchen.