Prag leuchtet wieder: Signal-Festival beginnt

Ab Donnerstag werden in Prag wieder Palais und Kirchen zu Leinwänden – Videokünstler aus der ganzen Welt erleuchten mit ihren Lichtinstallationen die Straßen der tschechischen Hauptstadt. Das sogenannte Signalfestival zieht seit mehreren Jahren immer im Oktober sowohl Einheimische als auch Gäste in die Stadt.

Signal 2015 (Foto: Archiv des Festivals)Signal 2015 (Foto: Archiv des Festivals) Nicht nur Videomapping können die Passanten ab Donnerstag im Prager Stadtzentrum bewundern. Also die Projektion von Lichtbildern an Hauswände. Sie haben zudem die Möglichkeit, ein leuchtendes Musikinstrument auszuprobieren. Die Installation einer Laser-Saite im Clementinum stammt vom Multimedia-Künstler David Vrbík:

„Wir haben die Saite immer als Konzertinstrument benutzt. Die Zuschauer haben nun zum ersten Mal die Möglichkeit, auch selbst zu spielen.“

Das Signal-Festival findet an insgesamt 23 Orten Prags statt. Zum ersten Mal wird auch der Karlsplatz erleuchtet. Martin Pošta ist Leiter des Festivals:

‚Humanoide‘ (Foto: Archiv des Festivals)‚Humanoide‘ (Foto: Archiv des Festivals) „Eine der Installationen, die dort zu sehen sein werden, ist das Werk der australischen Künstlerin Amanda Parer. Es ist eine ihrer riesengroßen aufblasbaren Statuen, der sogenannten ‚Humanoide‘. In der zweiten Installation auf dem Karlsplatz arbeitet der spanische Künstler Javier Riera mit den dort stehenden Bäumen. Man kann es sich nur schwer vorstellen, aber es ist absolut magisch.“

Im vergangenen Jahr besuchten rund 400.000 Menschen das Signal-Festival. Sehr beliebt war insbesondere das Videomapping. Auch diesmal wird es beim Signal-Festival nicht fehlen, sagt Martin Pošta.

St.-Ludmila-Kirche auf dem Platz Náměstí Míru (Foto: YouTube)St.-Ludmila-Kirche auf dem Platz Náměstí Míru (Foto: YouTube) „In diesem Jahr werden wir wieder die St.-Ludmila-Kirche auf dem Platz Náměstí Míru mittels Videomapping zum Leben erwecken. Während der vergangenen drei Jahre ist der Sakralbau fast zu einem Kultort geworden. Auf die Fassade des Palais Kinski auf dem Altstädter Ring wird das russische Designstudio Raduga seine Meinung zu ‚Big data‘ projizieren. Die dritte Projektion wird das Tyrš-Haus auf der Kleinseite beleuchten, sie wird vom spanischen Studio Tigrelab gestaltet.“

Martin Pošta (Foto: Ian Willoughby)Martin Pošta (Foto: Ian Willoughby) Das Signal-Festival konzentriert sich in diesem Jahr stärker als zuvor auf die Kinder. Für sie ist ein Programm mit historischen Themen bestimmt, das immer tagsüber im mobilen Planetarium, dem sogenannten „Dome“, zu sehen ist. Das Planetarium befindet sich im Park in Klárov. Die kleinen Zuschauer können aber auch auf dem Karlsplatz auf ihre Kosten kommen. Martin Pošta:

„Im Klub La Loca gibt es eine speziell für Kinder entworfene Installation. Sie ist schwer zu beschreiben, aber regt zum Spielen an. Es handelt sich um eine Art Sandbecken. Wenn man dort mit der Hand ein Loch gräbt, füllt sich dieses virtuell mit Wasser. Wenn man einen Hügel baut, wachsen auf ihm virtuelle Bäume.“

Installation von Tundra (Foto: Archiv des Festivals)Installation von Tundra (Foto: Archiv des Festivals) Gleich mehrere Lichtinstallationen werden in der Nationalstraße und ihrer Umgebung zu sehen sein. Das russische Künstlerteam Tundra belebt das Interieur des Neubaus an der Ecke zur Mikulandská-Straße. Auch der Festivalleiter empfiehlt es:

„Die Künstler von Tundra arbeiten mit 160 Lichtern. In Verbindung mit der Architektur werden sie in einigen Etagen eine einzigartige Mischung audiovisueller Erlebnisse bieten.“

Das Signal-Festival wird an diesem Donnerstag um 19 Uhr eröffnet. Die Lichtinstallationen werden die Stadt bis Sonntag täglich von 19 Uhr bis Mitternacht erleuchten.