Präsident und Premier sprachen Bürger Tschechiens an

01-05-2004

Noch bevor im ganzen Land der Jubel ausbrach, kamen die höchsten Repräsentanten des Staates zu einem feierlichen Treffen auf der Prager Burg zusammen. Präsident Vaclav Klaus und Premier Vladimir Spidla haben die Bürger Tschechiens aus der Burg in einer Live-Fernsehübertragung angesprochen. Präsident Klaus zufolge sei es nun die erstrangige Aufgabe, die Fortsetzung der tschechischen Staatlichkeit zu sichern und die eigene Identität nicht zu verlieren.

Vaclav Klaus (Foto: CTK)Vaclav Klaus (Foto: CTK) "Wir müssen uns nicht nur als Einzelpersonen und einzelne Institutionen, sondern auch als der ganze tschechische Staat durchsetzen. Seine Aufgabe ist es, die Propagierung dessen zu garantieren, was über den individuellen Interessen eines Jeden steht."

Es handle sich um einen historischen Augenblick, betonte der Präsident, er selbst sei jedoch kein Anhänger der begeisterten Oden auf das Europäertum. Vor den Bürgern stünden nur alltägliche, prosaische Aufgaben:

"Das Können, sich in den Brüssler Strukturen und in dem von ihnen geschaffenen komplizierten übernationalem Ganzen zu orientieren und zu bewegen, das hat mit Poesie wenig zu tun. Wir dürfen darin nicht verloren gehen."

Vladimir Spidla (Foto: CTK)Vladimir Spidla (Foto: CTK) Premier Vladimir Spidla versicherte seinen Mitbürgern, dass sie ihre Identität mit dem Beitritt zur Union nicht verlieren werden.

"Es wird nicht umsonst sein, es wird nicht ohne Arbeit sein, es wird nicht für alle einfach sein. Besonders am Anfang, in einem neuen Milieu. Manchmal kann etwas nicht gelingen, manchmal können wir Teilmisserfolg haben oder verunsichert sein. Ich bin jedoch ganz sicher, dass wir all dies überwinden werden, und dass sich diese historische Wahl lohnen wird."

Der Regierungsvorsitzende selbst trete der Union mit großen Erwartungen bei:

"Nicht nur weil wir etwas haben, woran wir anknüpfen können - unser Land war in seiner ganzen Geschichte ein entweder durchschnittlich oder sehr entwickeltes Land, und in der Zwischenkriegszeit gehörten wir zur Weltspitze. Das war sicher kein Zusammentreffen von Umständen. Ich begegne auch heute unzähligen guten und fähigen Menschen und bin mir sicher, dass wir in der Union nicht verlieren werden."

01-05-2004