Neues Mautsystem in Tschechien in Betrieb – Chaos bleibt aus

02-12-2019

Am Sonntag wurde das Mautsystem in Tschechien umgestellt. Lkw-Fahrer brauchen für die Fahrt über tschechische Autobahnen und Hauptfernstraßen deswegen eine neue OBU, und sie müssen im neuen System angemeldet sein. Anstatt per Mikrowellentechnik werden nun per Satellitentechnik die Gebühren ermittelt.

Foto: ČTK / Petr SznapkaFoto: ČTK / Petr Sznapka

Foto: ČTK / Josef VostárekFoto: ČTK / Josef Vostárek Gleich in der Nacht auf Sonntag ging es los. Miroslav Beneš ist Sprecher des Mitbetreibers CzechToll:

„Die erste Transaktion hat das satellitengestützte Mautsystem nur eine Sekunde nach seiner Inbetriebnahme registriert, also kurz nach Mitternacht am 1. Dezember. Der Eintrag erfolgte auf der Autobahn D52 bei Hrušovany, und die in Rechnung gestellte Maut betrug sieben Kronen.“

Am 1. Advent war der Andrang aufgrund des zeitweiligen Lkw-Fahrverbots an Sonntagen allerdings noch nicht sehr stark. Deshalb wurde den Fahrern, deren Lastwagen noch nicht mit einer neuen On-Board-Unit ausgestattet waren, auch schnell geholfen:

Stau am Grenzübergang Lanžhot (Foto: ČTK / Václav Šálek)Stau am Grenzübergang Lanžhot (Foto: ČTK / Václav Šálek) Der Nutznießer am Grenzübergang Lanžhot / Landshut bei Břeclav / Lundenburg war Lkw-Fahrer Armin aus Nordmazedonien – der Mitarbeiter einer mobilen Registriereinheit ersetzte seine alte durch eine neue OBU und meldete sein Gefährt im satellitengestützten System an. Nur wenige Stunden später, am Montagmorgen, aber hatte sich gerade an diesem slowakisch-tschechischen Grenzübergang ein Stau von einem Kilometer Länge gebildet. Die Gründe dafür nennt der Sprecher der Straßen- und Autobahn-Direktion (ŘSD), Jan Rýdl:

„Gegenwärtig sind etwas über zwei Drittel von den insgesamt 480.000 Fahrzeugen im System erfasst. Das heißt, mehr als 300.000 Lkw sind bisher registriert.“

Foto: ČTK / Václav ŠálekFoto: ČTK / Václav Šálek Rund 150.000 Lastwagen, die im früheren mikrowellengestützten System verankert waren, sind folglich noch nicht umgemeldet worden. Schon im Vorfeld war aufgefallen, dass die Registrierung nur schleppend vorankam. Daher intensivierte CzechToll seine Informationskampagne, so Rýdl:

„Vor mehr als einem Monat haben wir festgestellt, dass viele Spediteure, vor allem in Polen, noch nicht angemeldet sind. Deswegen haben wir in dem Land eine Agentur damit beauftragt, die entsprechenden Kunden direkt anzusprechen. Als sehr nützlich haben sich zudem Informationstafeln an den Autobahnen erwiesen, die wir in den vergangenen vier Wochen dort haben anbringen lassen. Mit eindeutigen Symbolen wurde den Fahrern mitgeteilt, dass die neue Maut ab 1. Dezember eingeführt wird und sie sich dazu registrieren lassen müssen.“

Foto: ČTK / Petr SznapkaFoto: ČTK / Petr Sznapka Abgesehen von einzelnen Staus ist das befürchtete Verkehrschaos durch die Umstellung des Lkw-Mautsystems auch am Montag ausgeblieben. Und beim Spediteurverband Česmad ist man optimistisch, dass dies auch so bleibt.

„Ich denke, dass nicht alle Lkw auf einmal nach Tschechien kommen. Daher glaube ich, dass wir die Umstellung meistern. Doch an den ersten Tagen wird es sicher einige Komplikationen geben.“

So der Verbandssprecher Martin Felix. Im Übrigen werden Spediteure und Busunternehmen, deren Fahrzeuge in diesen Tagen ohne Maut-Registrierung über eine tschechische Autobahn oder Hauptfernstraße rollen, mit einem Bußgeld von 100.000 Kronen (3900 Euro) belegt.

02-12-2019