Matjes mit Knödeln: 20 Jahre Städtepartnerschaft Hamburg - Prag

Die Freie und Hansestadt Hamburg hat in diesem Jubiläumsjahr die Einheitsfeierlichkeiten in der deutschen Botschaft in Prag ausgerichtet. Das hat einen besonderen Grund. Denn Prag und Hamburg sind seit den historischen Umbrüchen in Europa vor über 20 Jahren eng verbunden. Christian Rühmkorf sprach bei der Einheitsfeier mit dem neuen Ersten Bürgermeister von Hamburg, Christoph Ahlhaus.

Christoph Ahlhaus mit seiner Ehefrau Simone (Foto: Udo Grimberg, www.wikimedia.org)Christoph Ahlhaus mit seiner Ehefrau Simone (Foto: Udo Grimberg, www.wikimedia.org) Herr Ahlhaus, man feiert hier in der deutschen Botschaft in Prag nicht nur 20 Jahre deutsche Einheit, sondern auch 20 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Prag. Sie hatten heute ein Treffen mit Staatspräsident Václav Klaus; dabei ging es auch um die Schifffahrt, wie soll es auch anders sein zwischen Prag und Hamburg. Worauf haben Sie sich mit dem Präsidenten geeinigt?

„Es war ein sehr freundliches Gespräch. Der Staatspräsident hat deutlich gemacht, dass der Hamburger Hafen sehr wichtig ist für die Tschechische Republik und den Außenhandel. Und ich habe deutlich gemacht, dass für uns eine gute Beziehung zur Tschechischen Republik von besonderem Interesse ist. Ich habe mich sehr gefreut zu hören, dass die Tschechische Republik einen Teil im Hamburger Hafen, der Tschechien gehört, reaktivieren will. Da wollen wir anknüpfen, um die bereits ausgezeichneten Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und der Tschechischen Republik noch weiter zu verbessern.“

HamburgHamburg Soll die Elbe dann auch noch weiter ausgebaut werden für den Schifffahrtsverkehr?

„Zunächst wird ja die Elbe nördlich von Hamburg, also Richtung Nordsee, auch für ganz große Containerschiffe schiffbar gemacht. Und wir haben auch darüber gesprochen, dass Hamburg seinen Beitrag leisten will, um die Elbe bis zur deutsch-tschechischen Grenze so zu ertüchtigen, dass für den Schifffahrtsverkehr zwischen Hamburg und Tschechien optimale Rahmenbedingungen bestehen.“

Ziemlich intensive Beziehungen zwischen Hamburg und Prag gibt es auch im Bildungswesen. Seit 2005 gibt es regelmäßig Schüler- und Lehreraustausche und auch Fortbildungen. Sie hatten heute auch schon ein Treffen mit Vertretern des tschechischen Bildungsministeriums. Machen Sie nun noch einen weiteren Schritt in Richtung Vertiefung?

„Auf jeden Fall. Die Fachleute werden sich zusammensetzen und schauen, wo eine weitere enge Zusammenarbeit möglich ist. Diese Zusammenarbeit ist sehr wichtig auch für das Verhältnis zwischen Tschechen und Deutschen, weil es hier um junge Leute, um Schülerinnen und Schüler geht. Und beide Seiten waren sich einig, dass das ein außerordentlich wichtiges Thema innerhalb der deutsch-tschechischen Freundschaft ist, und an dem wollen wir sehr kraftvoll arbeiten.“

Hamburger Rathaus (Foto: Daniel Schwen, www.wikimedia.org)Hamburger Rathaus (Foto: Daniel Schwen, www.wikimedia.org) Es gibt ein großes Kulturprogramm, das in den nächsten fünf bis sechs Wochen hier in Prag stattfinden wird aber auch in Hamburg – Architekturausstellungen, Filmemacher aus Hamburg und Prag werden sich treffen, in verschiedenen Mensen in Hamburg gibt es tschechisches Essen, Knödel und so weiter. Was ist die Botschaft, die Hamburg mit nach Prag bringt in diesen Wochen?

„Ich glaube, die Botschaft ist eindeutig: Beide Städte, Prag wie Hamburg können stolz sein, an der Aussöhnung auch beider Staaten einen großen Anteil zu haben. Heute bei einem Empfang mit dem Bürgermeister haben wir zurückgeblickt, was alles erfolgreich gelaufen ist in den vergangenen 20 Jahren und waren uns sehr sicher, dass diese vielfältigen Veranstaltungen, die wir zwischen Prag und Hamburg haben, ein wertvoller Beitrag sind und auch in Zukunft sein werden und deshalb noch weiter ausgebaut werden sollen.“