Man spricht Cojc (Tscheutsch) - auf der Bühne zumindest

Wenn man mit einem Theaterstück im deutsch-tschechischen Grenzland auf Tournee gehen möchte, dann tut sich ein Problem auf. Denn entweder versteht eine Seite kein Wort von dem, was da auf der Bühne gesagt wird, oder man muss das Stück in beiden Sprachen einstudieren. Das deutsch-tschechische Cojc-Land Ensemble hat da aber noch eine andere Lösung gefunden.

Mitglieder des Ensembles und einige Neulinge, trafen sich am vergangenen Wochenende in Hof zu einem Workshop, um das für das kommende Jahr geplante Theaterstück und die Tournee durch das bayrisch-tschechische Grenzland vorzubereiten. Wie die Verständigung mit dem Publikum und zwischen den Workshop-Teilnehmern klappt, erzählt Martha Schleinitz, eine der Teilnehmerinnen.

"Wir sprechen Cojc. Das ist eine Mischung aus Deutsch und Tschechisch. Das ist auch unsere Bühnensprache, weil wir die Theaterstücke ja sowohl in Deutschland als auch in Tschechien spielen und wir selbst auch sowohl Deutsche als auch Tschechen sind. Wir müssen uns irgendwie verständigen, aber wir wollen uns auch mit dem Publikum verständigen, denn die Zuschauer aus beiden Ländern sollen die Sprache verstehen. Das kann takove mismas sein, dass man einfach mal Deutsch, pak trosku zase cesky redet, es gibt da ganz viele verschiedene Mittel, damit die Sprache entsteht, lebt und alle sie verstehen."

Der Workshop soll ein erster Schritt sein auf dem Weg zum neuen Stück. Es wird viel ausprobiert und die Einsendungen eines im Grenzland ausgerufenen Schreibwettbewerbs werden ausgewertet. Die Beiträge der Grenzlandbewohner sollen als Inspiration für das neue Stück dienen und teilweise mit eingebaut werden.

Eleonora Allerdings, die Leiterin des Projekts, erklärt, was auf dem Workshop gemacht wird:

"Dieses Wochenende ist eine Art Schnupperwochenende. Alle die da sind, bekommen ganz viel Input von Techniken, die wir im zweiten Workshop und in den Proben ausprobieren wollen. Es geht um Emotionen, wir hören zum Beispiel verschiedene Musiken zu Gefühlsstimmungen und versuchen die zuzuordnen und auch abzuschätzen, ob das für jeden so gilt, oder was passiert, wenn man eine ganz kontrastierende Stimmung hat zu der Musik, die aufgelegt wird. Es geht natürlich auch viel um Schauspieltechnik. Man probiert alles mögliche aus, dann fahren alle zwei Wochen nach Hause und sammeln eigenes Material. Im Januar treffen wir uns nochmal sieben Tage lang, zu einem weiteren Workshop. Da sind auch Leute dabei, die nicht unbedingt mit auf Tournee gehen. Die machen einfach mit und lernen Grundtechniken."

Emotionen, das ist das Thema des Schreibwettbewerbs und soll auch das des neuen Stücks sein. Die Teilnehmer des Workshops jedenfalls haben schon gelernt, wie man sie in beiden Sprachen - auf Deutsch und auf Tschechisch - ausdrückt.

Wer jetzt neugierig geworden ist, der Schreibwettbewerb läuft noch bis zum ersten Januar. Und auch für den Workshop in Hof, auf den dann Proben in Pilsen folgen, kann man sich noch anmelden. Mehr Informationen bekommt man unter www.cojc.eu auf der Homepage des Cojcland-Ensembles.