„Major Zeman“-Regisseur Jiří Sequens gestorben

Er war eine der äußerst kontroversen Persönlichkeiten der tschechoslowakischen und später tschechischen Filmbranche. Mit einigen seiner bekanntesten Werke stand Jiří Sequens mit beiden Beinen im Dienste des kommunistischen Regimes. Seine Fernsehserie über den kommunistischen Major Zeman ist auch den jüngeren Generationen noch bekannt. Jiří Sequenz ist am Montag im Alter von 85 Jahren gestorben.

Jiří Sequens (Foto: ČTK)Jiří Sequens (Foto: ČTK) „Ich habe schon als kleiner Junge gewusst, dass ich irgendetwas im kreativen Bereich machen werde. Ob im Bereich Literatur, Schauspiel, oder Filmregie - das habe ich natürlich noch nicht gewusst“, erzählte Jiří Sequens vor einigen Jahrzehnten im Tschechoslowakischen Fernsehen.

Geboren 1922 begann er seine Karriere als Schauspieler in Brünn und Prag und studierte nach dem Krieg sowohl an der Filmhochschule in Moskau als auch an der Filmhochschule in Paris. Sein Schaffen stellte er von Anfang an in den Dienst des kommunistischen Regimes, wie der Filmkritiker Jan Rejžek erzählt:

„Jiří Sequens berufliche Laufbahn begann bereits in den 50er Jahren mit peinlicher Agitation, wie zum Beispiel im Film Windberg, wo junge Leute auf ihrer Arbeits-Brigade dem Grenzschutz helfen, Quertreiber gegen den Kommunismus auszuheben. Oder auch der Film „Cesta ke stesti“ – der Weg zum Glück - wo Jiřina Švorcová als Traktoristin die Felder mit dem Pflug bestellt.“

Äußerst beliebt war und ist seine Krimiserie „Die Sünder der Stadt Prag“, die in den 20er Jahren der ersten Tschechoslowakischen Republik spielt. Anerkennung erntete Sequens für seinen Film „Das Attentat“ über den Anschlag auf Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Für viele immer noch ein Stein des Anstoßes ist jedoch seine Serie aus dem Jahre 1974 - „Die 33 Fälle des Major Zeman“. Major Zeman, die tschechoslowakische Antwort auf James Bond, nur längst nicht so sexy, längst nicht so genial in der Kombination von Pflichterfüllung und Vergnügen. Major Zeman verfolgt ernst und besorgt die Spuren der immer drohenden Konterrevolution und arbeitet reale Fälle im Sinne des Regimes auf. Das Tschechische Fernsehen wurde wegen der unkritischen Neuaustrahlung im Jahre 2000 gerügt und musste sich öffentlich entschuldigen. Seit ein paar Monaten gehen wieder Billigausgaben vom „Major Zeman“ auf DVD über die Ladentische aller Kioske und erfreuen sich großer Beliebtheit. Jetzt sind sie allerdings mit der Warnung „Propagandafilm“ versehen. Jiří Sequens hatte damals für seine Serie den Titel „Künstler der Nation“ erhalten.

'Die 33 Fälle des Major Zeman''Die 33 Fälle des Major Zeman' Filmkritiker und Filmhistoriker, wie Pavel Taussig, lassen kein gutes Haar am Regisseur des Regimes. Auch wenn Sequens Ende der 90er Jahre eine Brünner Neuauflage seines Publikumslieblings „Die Sünder der Stadt Prag“ gedreht hat, als Wendehals wird man ihn immerhin kaum bewerten können. Regisseur Zdeněk Zelenka:

„So wie ich ihn kennen gelernt habe, wollte er einfach nicht sein bisheriges Leben streichen und so wie viele andere sich ein anderes Mäntelchen überwerfen. Er hat sogar gesagt, dass er seinen Mantel anbehält bis zum Tod.“

Jiří Sequens ist am Montag nach langer Krankheit in Prag gestorben. Er wurde 85 Jahre alt.