Lächeln als Heilmittel

Sie erleichtern vor allem Kindern den Aufenthalt in der Klinik: die Krankenhaus-Clowns. Mit ihrer Ungezwungenheit helfen sie den kleinen Patienten, den belastenden Alltag im Krankenbett zu bewältigen.

Kateřina Slámová Kubešová (Foto: Martina Schneibergová)Kateřina Slámová Kubešová (Foto: Martina Schneibergová) Die Krankenhaus-Clowns zaubern ein Lächeln dorthin, wo es sehr gebraucht wird. Zu zweit oder zu dritt besuchen sie die Stationen der Kinderkliniken und versuchen, mit Humor die Stimmung aufzulockern. Vor 17 Jahren kamen die ersten Krankenhaus-Clowns an tschechische Kliniken, erzählt Kateřina Slámová Kubešová. Sie leitet die gemeinnützige Organisation Zdravotní klaun (Krankenhaus-Clown).

„Am Anfang war es nur ein einziger Clown, er hat unsere Organisation gegründet. Die Zahl der Mitarbeiter ist inzwischen auf 100 gestiegen. Die Clowns sind in ganz Tschechien unterwegs. Mittlerweile besteht ein Netz von 71 Kliniken und Praxen, die wir regelmäßig besuchen. Für jede Station gibt es dabei einen konkreten Termin. Auch viele weitere Kliniken hätten gerne den Besuch unserer Clowns, leider sind unsere Kapazitäten aber beschränkt.“

Die Mehrheit der tschechischen Krankenhaus-Clowns sind eigentlich Schauspieler. Doch der Nachweis eines Studiums an einer Theaterakademie oder einem Konservatorium sei nicht unbedingt notwendig, sagt Slámová Kubešová.

Illustrationsfoto: Culturactiva S. Coop. Galega, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0Illustrationsfoto: Culturactiva S. Coop. Galega, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0 „Der Clown-Darsteller muss begabt sein, vor allem muss er fähig sein, zu improvisieren. Denn die Auftritte werden nicht zuvor eingeübt. Bei den Bewerbern testen wir, ob sie in der angespannten Atmosphäre eines Krankenhauses arbeiten können, ob sie entsprechend talentiert sind und ob sie Sinn für Humor haben. Anschließend bilden wir die Clowns weiter aus und unterstützen sie.“

Die Arbeit mit den kleinen Patienten sei sehr anspruchsvoll, sagt Slámová Kubešová. Darum würden in der Regel nur Bewerber ab 23 Jahren akzeptiert. Außer Schauspielern sind auch eine Kindergärtnerin, eine Übersetzerin und ein evangelischer Priester im Einsatz. Die Clowns besuchen nicht nur Kinderkliniken, sondern auch Seniorenheime. Diese Visiten würden jedoch anders gestaltet, sagt Slámová Kubešová.

Rolando Villazón (Foto: Martina Schneibergová)Rolando Villazón (Foto: Martina Schneibergová) „In dem Fall sind es nicht solch lustigen Auftritte wie bei den Kindern, sondern eher ein wenig verrückte Besuche. Denn die Senioren, die wir besuchen, wohnen in den Heimen, und wir sind bei ihnen zu Besuch. Das heißt, es wird mehr musiziert, die Clowns tragen andere Kostüme – beispielsweise aus den 1950er und 1960er Jahren. Die Senioren kehren in ihren Erinnerungen gern in die Zeit ihrer Jugend zurück.“

Auch da übersteigt die Nachfrage aber die Kapazitäten. Derzeit sind es acht Seniorenheime, aber mindestens 30 weitere würden auch gerne mitmachen. Die tschechischen Krankenhaus-Clowns arbeiten mit den Red Noises Clowndoctors International zusammen. Dank dieser Kontakte kam es im Juni in Prag zu einem Benefizkonzert des mexikanischen Startenors Rolando Villazón.