Kunstakademie Frauenau – mit dem tschechischen Maler Roučka als Lehrer

Im deutsch-tschechischen Grenzgebiet im bayerischen Ort Frauenau findet auch diesen Sommer wieder die internationale Kunstsommerakademie „Bild-Werk“ statt. Traditionell unterrichten dort auch tschechische Künstler. Linda Petáková war für Radio Prag in Frauenau.

Begründer der Sommerakademie ist Erwin Eisch; er erläutert, worum es geht:

„Das Frauenauer Bildwerk existiert bereits seit 21 Jahren. Nachdem ich amerikanische Sommerschulen kennen gelernt hatte, kam mir der Gedanke, dass so etwas auch in Frauenau möglich ist. Und so ist diese internationale Schule hier entstanden.“

Einmal mehr unterrichtet in diesem Jahr unter anderem der tschechische moderne Maler Pavel Roučka in Frauenau. Die Werke des 66-Jährigen waren schon öfters in Deutschland zu bewundern. Seine Kurse an der Sommerakademie gelten als sehr begehrt. Roučka beschreibt, wer seine Kurse besucht:

„Dieses Jahr sind es nur Deutsche. Sonst sind auch immer Albaner, Amerikaner und Franzosen dabei gewesen. Nicht einmal Tschechen sind unter den Teilnehmern, denn normalerweise gibt es für tschechische Studenten Stipendien. Nur dieses Jahr sind keine dabei.“

Wie sieht ihre Arbeit mit den Studenten aus?

„Wir arbeiten jetzt den dritten, vierten Tag und es gibt schon bereits einige gute Sachen, authentische Sachen. Dabei ist es meine Rolle, Kapazitäten frei zu setzen. Und ich habe natürlich große Freude daran, wenn das klappt.“

Sie haben auch über die Befreiung der Farben gesprochen. Was bedeutet das?

„Für mich ist Farbe eine fundamentale Sache und ich bin überzeugt, dass das Auge eines Zuschauers in erster Linie die Farbe sieht und erst danach die Formen und Kompositionen. Die Rolle von Farbe ist sehr direkt und stark.“

Wie können sich die Zuhörer Ihre Bilder vorstellen?

„Ein Bild bedeutet für mich Format. Das ideale Format für mich kooperiert mit der Höhe und Breite meiner Arme. Und danach die Farbe. Alles ist durch Schichten gebaut. Zwei, drei Schichten ergeben eine neue Farbigkeit Aber mit zunehmendem Alter versuche ich mehr und mehr zu abstrahieren, so dass die Substanz mehr mit meiner Psyche, als mit der reellen Welt korrespondiert.“

Sie stellen weltweit aus. Wann ist das nächste Mal Deutschland dran?

„Bereits bald wird eine sehr interessante Ausstellung stattfinden: ab 18. Oktober in Cham. Ich werde dort zusammen mit einem amerikanischen Maler und Professor ausstellen.“