Kubanische Dissidenten in Prag: Kuba braucht internationale Unterstützung

04-05-2004

Tschechien unterstützt seit langer Zeit die demokratische Opposition gegen Castros totalitäres Regime auf Kuba. Sehr engagiert ist die tschechische humanitäre Organisation Mensch in Not, auf deren Einladung nun acht kubanische Dissidenten eine Woche lang in Prag sind. Dagmar Keberlova hat sich mit ihnen unterhalten.

(v.l.n.r.) Crispina Aquit, Angel Cuadra, Pedro J. Fuentes Cid, Michael S. Cohen, Sixto Reynaldo Aquit und Redakteure von Radio Prag Dita Asiedu, Freddy Valverde und Dagmar Keberlova(v.l.n.r.) Crispina Aquit, Angel Cuadra, Pedro J. Fuentes Cid, Michael S. Cohen, Sixto Reynaldo Aquit und Redakteure von Radio Prag Dita Asiedu, Freddy Valverde und Dagmar Keberlova Die kubanischen Dissidenten brauchen internationale Unterstützung, und Tschechien ist bereit, finanzielle Hilfe für ein konkretes Projekt zu leisten, wenn die Exilkubaner ein solches vorlegen. Dies war das erste Ergebnis der Gespräche der kubanischen Opposition in Prag. Zu uns ins Studio sind Reinaldo und Berta Aquit gekommen. Beide wurden von Castros Regime verfolgt, nach vielen Jahren Haft wurden sie letztendlich des Landes verwiesen. Heute leben sie in Miami, in der Hoffnung, Kuba einmal frei zu sehen. Warum sie nach Prag gekommen sind, hierzu mehr von Reinaldo Aquit:

"Tschechien ist für uns wie ein Bruderland, weil wir ähnliche schreckliche Erfahrungen mit dem Totalitarismus haben. Wir sind nach Tschechien gekommen, weil wir hier die Unterstützung finden, die unser Land jetzt braucht, um sich von dem totalitären Systems Fidel Castros zu befreien. Tschechien, seine Menschen und Organisationen können unserer Heimat bei ihrer Befreiung sehr helfen."

Dagmar Keberlova im Gespräch mit Sixto Reynaldo Aquit und seiner Frau CrispinaDagmar Keberlova im Gespräch mit Sixto Reynaldo Aquit und seiner Frau Crispina Die gewaltlose Machtübergabe an das Volk und die demokratische Wende in ehemaligen kommunistischen Ländern sei für die kubanische Opposition ein Beispiel. Diese glaubt nach wie vor an die Möglichkeit einer gewaltlosen politischen Veränderung, immer mehr erwägt sie jedoch auch einen Aufstand - denn das totalitäre Regime macht den gewaltlosen Regimewechsel sehr unwahrscheinlich.

Bei einer Umfrage, die vor kurzem auf Kuba gemacht worden ist, hat sich herausgestellt, dass nur 12 Prozent den Diktator Fidel Castro unterstützen, 40 Prozent wünschen eine politische Wende. Die, die ihn unterstützen, seien nur diejenigen, die von dem Diktatorenregime profitieren. Zur aktuellen Situation auf Kuba mehr von Berta Aquit:

"Wir erhalten ständig Nachrichten von Kuba. Die Menschen auf Kuba sind hoffnungsvoll und erwarten eine Veränderung so bald wie möglich. Eine Veränderung, die radikal sein muss. Und hoffentlich bald, hoffentlich morgen. Aber wir müssen uns noch besser vorbereiten. Daher kommen wir auch nach Prag."

In Prag werden sie bis zum kommenden Samstag bleiben, empfangen werden sie unter anderem noch vom tschechischen Ex-Präsidenten Vaclav Havel und vom Senatsvorsitzenden Petr Pithart. Von Tschechien aus wird auch ein internationales Komitee, dessen Mitglieder u.a. Ex-Präsident Vaclav Havel oder die Ex-US-Außenministerin Madeleine Albright sind, geleitet, das sich für die demokratische Wende auf Kuba einsetzt.

04-05-2004