Kampf gegen die Dürre

Die tschechische Regierung hat sich mit Experten darüber beraten, wie Schäden durch Dürreperioden verhindert werden können.

Elbe in Ústí nad Labem (Foto: František Janačík, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Elbe in Ústí nad Labem (Foto: František Janačík, Archiv des Tschechischen Rundfunks) In Tschechien hat es in den letzten Monaten an vielen Orten nicht geregnet. Dies hat die Regierung dazu bewegt, mit Experten über die Pläne für den Kampf gegen die Dürre zu beraten.

Am Mittwoch traf zum ersten Mal ein Expertenteam für den Kampf gegen die Dürre zusammen. In dem Gremium sitzen sowohl Mitarbeiter des Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums sowie des Ministeriums für Regionalentwicklung, als auch beispielsweise des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts. Umweltminister Richard Brabec (Ano-Partei):

„Der Staat muss klare Prioritäten im Kampf gegen die Dürre formulieren. Er ist verpflichtet, Pläne für die Beseitigung von Folgen des extremen Wetters zu entwerfen. Wir müssen vorbereitet sein.“

Bohumír Janský (Foto: Marián Vojtek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Bohumír Janský (Foto: Marián Vojtek, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Brabec hält es für wichtig, dass die Ministerien in diesem Bereich mit Expertenteams zusammenarbeiten. Dem Umweltminister zufolge sollen sich Klimatologen, Meteorologen, Bodenkundler, aber auch Vertreter der öffentlichen Verwaltung zu den Plänen äußern. Der Staat muss laut Brabec dafür sorgen, dass die Vorschläge in die Tat umgesetzt werden. Bohumír Janský ist Geologe und Hydrologe. Er sagt, man müsse die Natur als komplexes Gebilde betrachten.

„Ich meine beispielsweise die Einzugsgebiete von Flüssen. In den jeweiligen Einzugsgebieten müssen Maßnahmen getroffen werden, die sich gegenseitig ergänzen. Man darf nicht den Kampf gegen die Dürre nur auf den Aspekt des Ausbaus von Wasserreservoirs und die Erneuerung von Teichen oder nur auf eine Regelung der Ackerbodennutzung reduzieren. Alles muss zusammen ein Ganzes bilden.“

Foto: JamesDeMers, Pixabay / CC0Foto: JamesDeMers, Pixabay / CC0 Die Maßnahmen sollen vor allem dazu beitragen, das Wasseraufnahmevermögen der Böden zu erhalten, für genügend Trinkwasser zu sorgen und mehr Regenwasser zu nutzen. Durch Baugesetzänderungen könnte es künftig einfacher sein, Wasserspeicher im Garten zu bauen. Dafür werde keine Genehmigung mehr notwendig sein, sagte Landwirtschaftsminister Miroslav Toman (parteilos):

„Der Eigentümer könnte dann auf seinem Grundstück, das höchstens zwei Hektar Fläche hat, einen Wasserspeicher einrichten. Die zuständigen Behörden muss er darüber nur informieren.“

Das Landwirtschaftsministerium will zudem den Speicherraum im Stau-System von Nové Mlýny / Neumühl um neun Millionen Kubikmeter aufstocken. Der Maximalpegel würde dann im mittleren und unteren Stausee um 35 Zentimeter steigen. Damit würde in Südmähren ein Bewässerungssystem für 5000 Hektar Weinberge und Obstgärten entstehen.

Foto: PublicDomainPictures, Pixabay / CC0Foto: PublicDomainPictures, Pixabay / CC0 Das Expertenteam beriet zudem über die Möglichkeiten, wie in landwirtschaftlichen Gebieten die Wasserspeicherfähigkeit erhöht werden kann. So will der Staat künftig das Anlegen von Grünstreifen zwischen Feldern finanziell fördern. Für die Wasserwirtschaft sei es am wichtigsten, dass die Ackerböden nicht austrockneten, meint der Geologe Jakub Hruška:

„Das ist der primäre Wasserspeicher. Der Regen fällt auf Wald und Feld, und wir müssen uns bemühen, das Wasser dort zu halten. Ich denke, dass an vielen Orten die Abflusssysteme abgeschafft werden müssen, die einst nur dazu entstanden sind, die Natur zu entwässern.“