Junge Fußballer aus elf Nationen vereint bei Turnier zum EU-Beitritt

02-05-2004

Die größte EU-Erweiterung aller Zeiten wurde in ganz Europa in vielfältiger Form begangen. In der Mehrzahl standen jedoch kulturelle Veranstaltungen ganz oben auf dem Programm. Wesentlich seltener passierte es auf sportliche Art und Weise. Und wenn, dann im kleineren, bilateralen Rahmen. Ein Sportwettkampf allerdings, der alle zehn Beitrittsländer sowie EU-Gründungsmitglied Deutschland vereint, wird am Samstag und Sonntag im bayrisch-böhmisch-sächsischen Dreiländereck ausgetragen. Um was für einen Wettkampf es sich dabei handelt, das erfahren Sie von Lothar Martin.

"Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen in diesem schönen Stadion in Franzensbad zu dem Turnier ´Vereinigtes Europa´. Mit anderen Worten: Herzlich willkommen zu dieser kleinen europäischen Meisterschaft im Fußball!"

... mit diesen Worten begrüßte die Stadionsprecherin am 1. Mai gegen 9.20 Uhr im Stadion von Frantiskovy Lázne die Teilnehmer und Zuschauer eines von der Deutsch-Tschechischen Fußballschule und der Gesellschaft IDOR anlässlich der EU-Erweiterung organisierten internationalen Schüler-Fußballturniers. Zu den Teilnehmern und zur Größenordnung dieses Turniers sagte die Stadionsprecherin:

"Heute stellen sich Ihnen zwölf Mannschaften in der Altersklasse der Neun- bis Zehnjährigen vor. Sie werden daher rund 140 junge Fußballer zu sehen bekommen. Und zusammen feiern wir so den Beitritt der Tschechischen Republik und der weiteren neun Länder in die Europäische Union."

Ja, in der Tat, es war schon ein toller Anblick, als sich bei der Eröffnungszeremonie die kleinen Knirpse in ihrer Fußballerkluft stolz dem Publikum präsentierten, sie wie die großen Fußballstars in Reih und Glied mit ihrer jeweiligen Landesfahne hervortraten und dem Abspielen ihrer Nationalhymne andächtig lauschten. Das fand auch Gerald Prell, der IDOR-Chef und einer der Hauptorganisatoren des Turniers:

"Man hat es bei der Eröffnungsfeier mit den Nationalhymnen sehen können, dass sich die Kinder in der halben Stunde, in der sie stehen mussten, sehr ruhig verhalten haben und dass sie zudem sehr neugierig waren, zu erfahren, wie sich denn die Hymne des jeweils anderen Landes anhört. Ich glaube, dass war eine schöne Sache, die die Kinder auch für Europa begeistert hat."

Der anwesende Vertreter des Böhmisch-Mährischen-Fußballverbandes (CMFS), Jirí Zalabák, stellte freudig fest:

"Ich denke, die Jugend, das ist die Zukunft. Und die Zukunft sollte bedeuten, dass man gemeinsam in Freundschaft, Frieden und Verständnis füreinander zusammenlebt. Und das Schönste an dem hier stattfindenden Turnier ist, dass uns diese Jungen beim Fußball zeigen, wie man mit Fair play um den Erfolg kämpft. Das spricht für sich."

An diesem Fußballturnier nehmen zehn Clubmannschaften aus den zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten, die Vertretung der Deutsch-Tschechischen Fußballschule sowie die E-Jugend-Mannschaft des FC Bayern München teil. Zum Austragungsmodus sagte Gerald Prell:

"Es ist so, dass jede Mannschaft insgesamt zehnmal á 15 Minuten Fußball spielt. Das ist natürlich eine gewaltige Anstrengung, gerade für die Teams, die eine weite Anreise hatten. Es ist des Weiteren so, dass vier Teams elf Begegnungen haben werden, da sie noch Platz drei und Platz eins untereinander ausspielen werden. Und zwar im kleinen und im großen Finale am Sonntag in Hof."

Am Sonntagabend werden wir also wissen, wer sich mitten in Europa als erster inoffizieller Fußball-Europameister der Neun- bis Zehnjährigen feiern lassen kann.

02-05-2004