Internationales Gitarrenfestival beginnt

Von lateinamerikanischen Melodien über Rock bis zur Musik aus Persien: das alles erklingt beim diesjährigen internationalen Gitarrenfestival.

Stanislav Barek (Foto: Tomáš Vodňanský, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Stanislav Barek (Foto: Tomáš Vodňanský, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Von lateinamerikanischen Melodien, über kirgisischen Volksklängen bis hin zu traditioneller Musik aus Persien: Beim internationalen Gitarrenfestival „Kytara napříč žánry“ erklingt Gitarrenmusik ganz verschiedener Genres. Dabei stellen sich Künstler aus Brasilien, Frankreich, dem Iran, Kirgistan, den USA und Tschechien vor. Das Festival wird am Sonntag in Prag eröffnet, organisiert wird es traditionell vom Gitarristen Stanislav Barek. Martina Schneibergová hat mit ihm über die diesjährigen Highlights gesprochen.

Herr Barek, das Festival „Kytara napříč žánry“ findet ab Sonntag zum 21. Mal stett. Was für Neuheiten gibt es in diesem Jahr?

„Wir stellen jedes Jahr neue Künstler vor. Diesmal werden bei einem Konzertabend mit dem Titel ,Roma-Gitarre‘ junge Roma-Musiker spielen. Zu ihnen gehören der sehr talentierte 15-jährige Adam Wild aus Cheb oder der 16-jährige Carlos, der wir Django Reinhardt spielt. Ein neuer Festivalgast ist außerdem Andrés Godoy aus Chile. Als Junge verlor er bei einem Unfall seinen rechten Arm, er hat aber nie aufgehört Gitarre zu spielen. Er ist vermutlich der einzige Gitarrist, der nur mit der linken Hand spielt. Er hat eine spezielle Technik und ist zudem ein hervorragender Komponist. Beim Eröffnungskonzert tritt eine Gitarristin aus Kirgistan auf. Sie lebt in Tschechien, spielt aber auch Melodien aus ihrer Heimat. Zudem wird beim ersten Konzert ein Gitarrenduo aus Brasilien zu hören sein. Die beiden jungen Musiker studieren in Dresden.“

Band Njorek (Foto: Tschechisches Fernsehen)Band Njorek (Foto: Tschechisches Fernsehen) Auch diesmal gibt es einen Wettbewerb für die Gitarristen. Ist er international?

„Ja schon. In den vergangenen Jahren nahmen daran auch Musiker aus Deutschland, den Niederlanden oder Japan teil. Der Wettbewerb ist dadurch interessant, dass er für diejenigen bestimmt ist, die keine klassische Gitarre spielen.“

Wird diesmal auch Ihre eigne Band, Njorek, mit dabei sein?

„Unsere Band wurde vor genau 15 Jahren gegründet. Ursprünglich wollten wir die deutsche Folkgruppe Malbrook einladen, die zuvor schon beim Festival gespielt hat. Dies war leider nicht möglich. Als Gast tritt die Band Arionas auf, mit der die hervorragende griechische Sängerin Martha Elefteriadu singt.“

Jiří Jirmal (Foto: YouTube)Jiří Jirmal (Foto: YouTube) Die tschechische Gitarrenlegende Jiří Jirmal hat bereits in der Vergangenheit beim Festival gespielt. Wird sein bevorstehendes Konzert aus einem besonderen Anlass veranstaltet?

„Professor Jirmal ist im Frühjahr 93 Jahre alt geworden und ist bis heute aktiv, er gibt Konzerte und spielt alles auswendig. Ich selbst habe vor kurzem zweimal mit ihm zusammen gespielt. Er möchte mit dem Festivalabend seine Konzertkarriere beenden. Er unterrichtete zuvor 20 Jahre lang als Gastprofessor an der Hochschule für Musik in Saarbrücken. Als Gäste werden einige seiner Schüler, darunter der Gitarrist Pavel Steidl, auftreten. Zudem kommt Jirmals großer Freund Antonín Konrády auf das Podium in Rudolfinum und spielt den Dudelsack. Wahrscheinlich wird es das letzte Konzert von Professor Jirmal sein. Aber ich glaube es ihm nicht, denn er hat noch viel Energie. Wenn er gesund bleibt, wird er vermutlich auch weiterhin spielen.“

 

Das internationale Gitarrenfestival „Kytara napříč žánry“ wird am Sonntag in Prag eröffnet. Die Festivalkonzerte finden nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch beispielsweise in Kutná Hora / Kuttenberg, Pardubice, Varnsdorf, Dolní Poustevna / Niedereinsiedel und in Cheb / Eger statt. Das Festival dauert bis 24. November. Mehr über das Festivalprogramm finden sie unter www.kytaranapriczanry.cz.