Helena Zmatlikova verstorben

Kater Schnurr mit den blauen Augen, Larifari, Wie das Mäuschen das Breichen kochte, Was sich die Kinder ausgedacht haben, der Kissenkrieg, Kinderchen, Zehn Mädels reisen in den Norden und und und - über 200 Buchtitel für Kinder und Erwachsene sind es, die die Werkstatt der wohl bekanntesten tschechischen Buchillustratorin Helena Zmatlikova in den zurückliegenden Jahrzehnten verlassen haben. Nun ist ihr Schaffen endgültig abgeschlossen, denn Helena Zmatlikova ist am Montag, den 4. April 2005, verstorben. Einen Nachruf hat Jitka Mladkova vorbereitet:

Lustig ist das, wenn ein kleiner blauäugiger Siam-Kater erzählt, wie die Welt so aus seiner Sicht aussieht, wie viel spannende Sachen jeden Tag passieren und wie merkwürdig sich manchmal so ein Mensch verhält. Die von Kater Schnurr erzählten Geschichten sind schon schön an sich, aber dank der Illustrationen von Helena Zmatlikova wird man mit ihm wie auch mit anderen "Protagonisten" dieses und weiterer Bücher bei der Lektüre erst richtig vertraut. Mit den Zeichnungen dieser Künstlerin sind hierzulande hunderttausende Kinder mehrerer Generationen aufgewachsen. Millionenauflagen von Büchern, darunter auch eine Fibel für Erstklässler und die Märchen der Gebrüder Grimm, reihen Zmatlikova in die Liste der zehn am häufigsten in Tschechien herausgegebenen Illustratoren des 20.Jahrhunderts ein. Sie selbst behauptete, die Titel kaum noch zählen zu können, da einige zehnmal auf dem Büchermarkt erschienen sind. Außer in tschechischer Sprache erschienen sie in Bulgarisch, Französisch, Serbokroatisch, Ungarisch, Deutsch, Koreanisch und anderen Sprachen, besonders beliebt sind sie in Japan. Helena Zmatlikova wurde am 19. November 1923,in Prag geboren. Seit 1942, nach der Absolvierung eines Privatstudiums an der Officina Pragensis, einer Schule für freie und angewandte Grafik und für Buch- und Reklamekunst, war sie bis zu ihrem 80.Lebensjahr ununterbrochen als freischaffende Künstlerin tätig. In diesem Jahr werden in Tschechien drei von Helena Zmatlikova illustrierte Buchtitel erscheinen, darunter auch "Die Suche nach dem Pflaumenduft" von Ludvik Askenazy - eines ihrer Lieblingsbücher. Dies wird Helena Zmatlikova aber nicht mehr erleben.