Geburtshaus von Sigmund Freud in Pribor / Freiberg wird Museum

2006 - keine Frage: das ist das Mozart-Jahr mit dem 250. Geburtstag des weltberühmten Komponisten. Aber noch ein weiterer runder Geburtstag steht im laufenden Jahr an. Einhundert Jahre jünger als Mozart ist ein Mann, dessen Werk nicht weniger epochal und folgenreich ist als das des großen Komponisten: 1856 wurde Siegmund Freud geboren, der Vater der Psychoanalyse, und zwar nicht in Wien, wo er sein Leben lang wirkte, sondern im mährischen Freiberg, dem heutigen Pribor. Zum 150. Geburtstag soll in Freuds Geburtshaus nun ein Museum entstehen. Thomas Kirschner berichtet.

Stadt PriborStadt Pribor Nach mehr als zehnjährigen Bemühungen ist es der Stadt Pribor vor kurzem gelungen, das Geburtshaus ihres berühmtesten Sohnes zu kaufen. Mit der Rekonstruktion des Hauses, in dem noch bis vor kurzem eine Massagepraxis untergebracht war, wurde auf Grundlage alter Dokumente und Fotografien bereits begonnen. Und das mit großem Tempo, denn am 6. Mai, pünktlich zum Geburtstag Sigmund Freuds, soll das Haus bereits wieder so aussehen wie vor 150 Jahren. Mit sechs Millionen Kronen übernimmt der tschechische Staat den Löwenanteil der Kosten, erklärt der Bürgermeister von Pribor, Milan Strakos:

"Das umfasst die Renovierung und die Anlage eines Lehrpfades durch die historische Innenstadt. Zu diesen sechs Millionen gibt die Stadt noch eine bis zwei Millionen Kronen dazu, und dieser Betrag sollte reichen, um die Baumaßnahmen zu finanzieren."

Freuds GeburtshausFreuds Geburtshaus In dem Geburtshaus sollen die Besucher in Zukunft einen Einblick in das Leben und Wirken von Sigmund Freud erhalten können, erläutert Milada Podolska vom städtischen Kulturamt:

"Wir wollen hier eine Ausstellung einrichten, die Freud aus einer anderen Perspektive als der klassisch-enzyklopädischen zeigt. Es soll hier Material geben über Freud als Mensch und über seinen Einfluss auf Kunst und Philosophie. Und wir wollen hier auch das historische Pribor seiner Zeit vorstellen."

Die Museumspläne will die Vorsitzende der örtlichen Sigmund-Freud-Gesellschaft Marie Supova nur mit einem Satz kommentieren: Endlich sei es so weit! Positive Stimmen gibt es auch von Bürgern auf der Straße:

"Das hätte schon längst passieren sollen. Ich hoffe, dass es jetzt klappt, und dass es auch einige Touristen anzieht. Das wird sicher eine Belebung für die Stadt."

"Ich freue mich, denn man muss die Geschichte auch für die jungen Leute erhalten. Das ist eine gute Sache, ganz bestimmt!"

Der 150. Geburtstag Sigmund Freuds wird in Pribor / Freiberg mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen begangen. Unter anderem wird es einen psychoanalytischen Kongress geben, außerdem hat die Stadt die Nachfahren von Freud eingeladen.