Fußball: Drei tschechische Teams wollen auch noch in Europa mitspielen

In Tschechien hat die neue Fußballsaison gerade erst begonnen, doch drei Mannschaften der ersten Liga schielen bereits nach Europa. Slavia Prag, Sigma Olmütz und Sparta Prag haben nämlich die Möglichkeit, sich noch für die Champions oder die Europa League zu qualifizieren. Am Montag wurden den drei Teams ihre ersten Gegner zugelost.

Jindřich Trpišovský (Foto: ČTK / Michal Kamaryt)Jindřich Trpišovský (Foto: ČTK / Michal Kamaryt) Gegen den Traditionsverein Dynamo Kiew also muss der tschechische Vizemeister Slavia Prag antreten, wenn er seine europäische Reputation aufpolieren will. Denn anstatt der sicheren Teilnahme an der Europa League könnten die Hauptstädter in der Gruppenphase der Champions League mitspielen. Erste Bedingung dafür ist: den Pokalsieger der ukrainischen Liga zu bezwingen. Und das ist keine leichte Aufgabe, weiß Slavia-Trainer Jindřich Trpišovský:

„Von diesem Los bin ich nicht sehr begeistert. Wir müssen in Kauf nehmen, dass ein Weiterkommen gegen Kiew sehr schwierig wird, genauso wie die Reise und der Ticketerwerb zum Auswärtsspiel in Kiew für unsere Fans. Von den vier möglichen Gegnern hätte ich mir lieber den FC Basel oder Ajax Amsterdam gewünscht. Kiew war also erst meine dritte Option. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass wir nicht auf Benfica Lissabon treffen. Meiner Überzeugung nach wären die Portugiesen für uns der schwerste Gegner gewesen.“

Etwas optimistischer sieht Mittelfeldspieler Jaromír Zmrhal dem Duell entgegen:

„Ich denke, dass wir ein gutes Los erwischt haben. Es hätte schlimmer kommen können. Meiner Meinung nach haben wir einen Gegner erhalten, mit dem wir uns messen und den wir folglich auch bezwingen können. Wir werden gleich im Hinspiel versuchen, ein gutes Ergebnis gegen Kiew zu erzielen.“

Pavel Hapal (Foto: ČTK / Ondřej Deml)Pavel Hapal (Foto: ČTK / Ondřej Deml) Das Hinspiel werden die Prager am 7. oder 8. August zu Hause austragen, das Rückspiel findet am 14. August in Kiew statt.

Mit zwei Heimspielen starten auch die beiden tschechischen Vertreter in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League. Sparta Prag muss aber erst einmal dort hinkommen. In der zweiten Qualifikationsrunde wartet zuvor noch der serbische Verein Spartak Subotica. Sollten sie diesen ausschalten, dann müssen sie gegen den dänischen Pokalsieger Bröndby FK Kopenhagen ran. Doch soweit denkt Spartas Trainer Pavel Hapal momentan noch nicht:

„Wir kennen die Dänen, werden über sie aber noch weitere Informationen einholen, vor allem über den bisherigen Saisonverlauf. Zuerst aber gilt es Subotica zu schlagen, danach kommt Bröndby. Wir wissen andererseits schon, dass das ein sehr starker Gegner ist.“

Václav Jílek (Foto: ČTK / Jaroslav Ožana)Václav Jílek (Foto: ČTK / Jaroslav Ožana) Das Hinspiel der dritten Runde gegen Bröndby würde Sparta am 9. August zu Hause bestreiten. Diesen Termin hat Sigma Olmütz bereits gebucht. Im Gegensatz zu Sparta aber wissen die Mähren noch nicht, wen sie in zweieinhalb Wochen vor eigenem Publikum empfangen dürfen: Qairat Almaty oder AZ Alkmaar. Sigma-Trainer Václav Jílek indes hat einen klaren Wunsch:

„Sollte Alkmaar weiterkommen, dann wäre dies ein attraktiver Kontrahent, mit dem wir uns sportlich auch messen können. Es ist aber ein riesiger Unterschied, ob wir nach Kasachstan oder in die Niederlande reisen müssen. Und in Almaty kämen noch die möglicherweise schweren klimatischen Bedingungen hinzu. Wir wollen einfach nicht nach Kasachstan.“

Spielstätte des Fußballvereins Sparta Prag (Foto: Gjaylen5, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)Spielstätte des Fußballvereins Sparta Prag (Foto: Gjaylen5, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0) Das mögliche Gastspiel von Olmütz in Almaty würde am 16. August stattfinden, ebenso der noch nicht feststehende Auftritt von Sparta in Kopenhagen. Sollten alle drei tschechischen Vertreter ihre jeweilige Hürde in der dritten Runde meistern, dann wartet allerdings noch die vierte und letzte Runde auf sie: das Playoff. Erst dort werden die Tickets für die jeweilige Liga vergeben. Gegenüber Olmütz und Sparta aber hat Slavia einen dicken Bonus schon in der Tasche: Scheiden die Prager in der dritten oder der vierten Qualifikationsrunde zur Champions League aus, spielen sie zumindest in der Europa League.