Feuerwehr-Bilanz 2019: Weniger Brände als 2018, aber mehr Tote

08-01-2020

Die Feuerwehr in Tschechien musste im vergangenen Jahr nicht so häufig zu Bränden ausrücken wie im Jahr 2018. Dafür erhöhte sich die Zahl ihrer Einsätze bei Verkehrsunfällen und technischen Defekten. Das gaben hochrangige Vertreter der Feuerwehr am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Prag bekannt.

Illustrationsfoto: Nikolaj Jegoschin, Pixabay / CC0Illustrationsfoto: Nikolaj Jegoschin, Pixabay / CC0

Feuer in Prag-Michle (Foto: Leoš Kučera, Archiv der Feuerwehr)Feuer in Prag-Michle (Foto: Leoš Kučera, Archiv der Feuerwehr) „Die dritte Alarmstufe ist ausgerufen worden aufgrund der hohen Anzahl der beim Brand eingesetzten Feuerwehrleute. Hier im Prager Stadtteil Michle sind 37 Löschzüge vor Ort, um das Feuer zu löschen.“

Mit diesen Worten berichtete ein Reporter des Tschechischen Rundfunks im Februar über den größten Brand des Jahres in Tschechien. Das Feuer war in einer Lagerhalle ausgebrochen, die Löscharbeiten dauerten über zwei Tage. Es war zugleich der einzige Brand, der einen Schaden von über 100 Millionen Kronen (4 Millionen Euro) hervorrief. Insgesamt sei die Zahl aller Brände im Jahresvergleich aber um mehr als neun Prozent gesunken, berichteten die Feuerwehrchefs vor Journalisten. Einer der Gründe dafür war das wechselhafte Wetter, sagte der stellvertretende Generaldirektor der Feuerwehr, František Zadina:

Drahoslav Ryba (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks)Drahoslav Ryba (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks) „Die Zahl der Außenbrände wird in hohem Maße von der Trockenheit beeinflusst. Die war im vergangenen Jahr nicht ganz so stark wie im Jahr 2018. So ist der Rückgang zu erklären.“

Um ein ganzes Viertel zurückgegangen ist auch die Höhe der durch die Brände verursachten Schäden – sie betrug nahezu 2,2 Milliarden Kronen (87 Millionen Euro). Dafür sind bei Bränden mehr Menschen ums Leben gekommen. Im letzten Jahr gab es 119 Brandopfer zu beklagen, das waren 19 mehr als im Jahr davor. Und zugenommen hat auch die Zahl der Einsätze, zu denen die Feuerwehrleute ausrücken mussten. Es waren insgesamt rund 130.000; das ist im Jahresvergleich fast sechs Prozent mehr, informierte der Generaldirektor der Feuerwehr, Drahoslav Ryba. Er verwies dabei auf eine Grafik, die bei der Pressekonferenz präsentiert wurde:

Foto: Leoš Kučera, Archiv der FeuerwehrFoto: Leoš Kučera, Archiv der Feuerwehr „Wir haben den prozentuell höchsten Anteil an Einsätzen bei Verkehrsunfällen. Wie auf der Grafik zu sehen ist, sind es überhaupt die sogenannten technischen Eingriffe, die uns am meisten beschäftigen. Darunter fallen aber auch Einsätze aller Art wie beispielsweise die Beseitigung von Gefahren durch Bienenschwärme, das Aufbrechen von Wohnungen und anderem mehr.“

In Tschechien übt die Feuerwehr also in der Regel auch die Pflichten eines Technischen Hilfswerks aus. Zudem hat sie im vergangenen Jahr noch eine besondere Aufgabe hinzubekommen: Sie kümmert sich um die Prävention bei den sogenannten Escape Games. Diese waren in den Fokus geraten, nachdem es in Polen zu einem tragischen Brand in einer solchen Einrichtung gekommen war. Man habe insgesamt 178 der Spielstätten kontrolliert und bei zwei Dritteln von ihnen zum Teil erhebliche Mängel festgestellt, schildert Vize-Generaldirektor Daniel Mikloš:

Foto: Gerd Altmann, Pixabay / CC0Foto: Gerd Altmann, Pixabay / CC0 „Das Wesen dieser Escape-Rooms-Spiele ist es, beim Teilnehmer einen gewissen inneren Stress zu erzeugen. Denn sein Adrenalin steigt bei der Aufgabe, sich aus einem abgeschlossenen Raum zu befreien. Daher verstehe ich es schon, dass eine Leuchtdiode mit dem Verweis auf ein Fluchttor diese Philosophie verdirbt.“

Am Ende aber muss der Ausrichter der Escape Games für die Sicherheit der Spiel-Teilnehmer bürgen. Und zu diesem Zweck kann der geschulte Blick eines Feuerwehr-Profis auch hier möglicherweise Ärgeres verhindern.

08-01-2020