Feiertage unter Palmen

28-12-2018

Anstatt den Tannenbaum aufzustellen verreisen immer mehr Tschechen Ende Dezember in exotische Länder. Aber auch die heimischen Berge sind ein beliebtes Ziel für Feiertags-Touristen.

Foto: baetzpetra, Pixabay / CC0Foto: baetzpetra, Pixabay / CC0

Sansibar (Foto: 3282700, Pixabay / CC0)Sansibar (Foto: 3282700, Pixabay / CC0) Petr aus dem westböhmischen Domažlice / Taus hatte in diesem Jahr keine Lust auf Christbaum, Karpfen mit Kartoffelsalat oder Silvester bei Minusgraden. Er hat seine Koffer gepackt und wartete kurz vor Weihnachten mit seiner Freundin auf seinen Flug in Richtung Tropen:

„Wir wollten im Dezember ein bisschen Exotik genießen und Weihnachten im Süden verbringen. Deshalb fliegen wir jetzt nach Sansibar.“

Tatsächlich verbringen dieses Jahr rund 20 Prozent mehr Tschechen die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr in der Sonne. Das liege vor allem an den günstigen Last-Minute-Angeboten, erklärt Jan Papež. Er ist stellvertretender Leiter des Verbandes tschechischer Reiseanbieter:

„Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren waren 2018 noch kurz vor den Feiertagen viele Pauschalreisen zu haben. Das lag vor allem an den höheren Kapazitäten, denn im vergangen Jahr wurden zahlreiche neue Flugverbindungen von Prag aus eröffnet.“

Foto: Andy Bay, Pixabay / CC0Foto: Andy Bay, Pixabay / CC0 Das merken auch die Veranstalter. Laut dem Reisebüro Fischer, einem der größten Anbieter hierzulande, sind vor allem die Karibik, Thailand und die Vereinigten Arabischen Emirate beliebt.

„Der Dubai-Boom hält weiterhin an. Außerdem ist der Oman derzeit im Kommen“, so Unternehmens-Sprecher Jan Bezděk.

Der Reiseveranstalter Exim-Tours stellt aber noch einen anderen Trend fest:

„Immer Menschen buchen auch Reisen auf die Kapverden oder in den Senegal“, erklärt Stanislav Zíma, Sprecher des Anbieters.

Jan Papež (Foto: Luboš Vedral, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Jan Papež (Foto: Luboš Vedral, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Laut Jan Papež vom Reisebüro-Verband könnte so mancher seinen Geldbeutel aber schonen, würde er seine Reise nur um ein paar Wochen verschieben:

„Meist lohnt es sich, bis zum 15. oder 20. Januar zu warten. Da sind die Angebote nämlich viel günstiger als zu Weihnachten oder Silvester. Wir reden da über Preisnachlässen von 20 bis 30 Prozent.“

Doch nicht nur exotische Ziele erleben einen Boom, immer mehr Tschechen buchen über die Feiertage zudem Städtereisen nach beispielsweise Paris oder London. Nichtsdestotrotz sind die heimischen Berge auch weiterhin ein besonders beliebtes Winter-Reiseziel für die Tschechen.

„Wenn die Menschen Ski fahren wollen, dann meist am gleichen Ort. Sie kennen dort dann die Pisten, Hotels und Restaurants. Diese Gewohnheiten zu ändern ist in der Regel sehr schwer“, sagt Papež.

Foto: MonikaP, Pixabay / CC0Foto: MonikaP, Pixabay / CC0 Dabei haben die tschechischen Ski-Gebiete in diesem Jahr massiv in Neuerungen investiert, vor allem um noch mehr Touristen anzulocken. Libor Knot leitet den Verband der Wintersport-Gebiete:

„Derzeit wird der Bau von acht Sesselliften beendet, die die bisherigen Schlepplifte ersetzen sollen. Konkret ist das in den Skigebieten am Tanvaldský Špičák, im Riesengebirge, den Beskiden oder im Altvatergebirge. Zudem wird massiv an Verbindungen zwischen den einzelnen Ski-Arealen gearbeitet.“

28-12-2018