EM-Qualifikation: Tschechische Fußballer auf Kurs

11-06-2019

Zwei Siege, und die Dinge sehen schon wieder ganz anders aus. Die tschechischen Fußballer liegen derzeit auf Kurs für eine mögliche Teilnahme an der Europameisterschaft 2020. Nach der Schlappe zum Auftakt gegen England brachte der Doppelspieltag im Juni die Wende.

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Patrik Schick (rechts). Foto: ČTK / Luděk PeřinaPatrik Schick (rechts). Foto: ČTK / Luděk Peřina Vor allem die Leistung am Montagabend gegen Montenegro war souverän. Schon die Entstehung des ersten Treffers zeigte das Selbstbewusstsein im Team: Eine Flanke des Hoffenheimers Pavel Kadeřábek auf den linken Flügel, Mittelfeldspieler Jakub Jankto nimmt den Ball direkt – und die Fans in Olomouc / Olmütz können jubeln. Es war vielleicht ein haltbarer Treffer, aber er bedeutete die Führung. Letztlich gewann Tschechien ungefährdet mit 3:0. Ein Eigentor des montenegrinischen Verteidigers Boris Kopitović brachte kurz nach der Pause den beruhigenden 2:0-Vorsprung – ehe Patrik Schick in der Schlussphase per Foulelfmeter auf den Endstand stellte.

Verteidiger Filip Novák fasste nach der Begegnung zusammen:

„Das zweite Tor, das Eigentor, hat uns sehr geholfen. Der Strafstoß war dann die Entscheidung. Wir wollten uns eigentlich nicht so sehr zurückziehen, wie wir es gemacht haben, doch unsere Kräfte waren am Schwinden. Schließlich haben wir am Freitag bereits ein schweres Spiel gehabt. Aber wir haben zu Null gespielt und selbst drei Treffer erzielt, von daher sind alle sehr zufrieden.“

Jaroslav Šilhavý, foto: ČTK / Luděk PeřinaJaroslav Šilhavý, foto: ČTK / Luděk Peřina Drei Tage zuvor siegten die Schützlinge von Nationaltrainer Jaroslav Šilhavý bereits mit 2:1 gegen Bulgarien. Das Spiel in Prag begann jedoch mit einem Schock: einem Rückstand nach nur zwei Minuten. Danach drückten die Tschechen mächtig. Letztlich wurde Patrik Schick zum Matchwinner. Mit zwei Toren drehte er das Ergebnis. Der Stürmer des AS Rom, der bei seinem Heimatverein einen schweren Stand hat, musste im Nachhinein seine herausragende Leistung sogar erklären:

„Wir spielen im Nationalteam etwas anders als in Rom. Ich bekomme häufiger den Ball und fühle mich besser ins Spiel eingebunden. Dadurch ergeben sich für mich auch mehr Torchancen, das ist der Unterschied“, so der Angreifer, der seit einigen Monaten auch mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht wird.

Siege gegen Bulgarien (Foto: ČTK / Ondřej Deml)Siege gegen Bulgarien (Foto: ČTK / Ondřej Deml) Zum Auftakt der EM-Qualifikation hatte aber auch Patrik Schick nichts ausrichten können. Im März waren die Mannen von Jaroslav Šilhavý in England mächtig unter die Räder gekommen. Mit 0:5 verloren sie das Spiel im Wembley-Stadion.

Deswegen waren nun die Siege gegen Bulgarien und Montenegro enorm wichtig. Dadurch wurde die Konkurrenz in Schach gehalten. Denn das erklärte Ziel lautet, sich auf dem zweiten Platz der Gruppe A hinter England für die EM zu qualifizieren. Neben Patrik Schick war auch Jakub Jankto einer der auffälligsten Spieler in beiden Begegnungen. Der Mittelfeldmann von Sampdoria Genua erinnerte am Montag an die misslungene WM-Qualifikation vor zwei Jahren:

„Es ist klar, dass wir unsere Heimspiele unbedingt gewinnen müssen. Denn es darf sich nicht das wiederholen, was uns in der WM-Qualifikation passiert ist. Da haben wir gegen Nordirland und Aserbaidschan nur unentschieden gespielt.“

Letztlich verpasste Tschechien die WM in Russland. Im Herbst vergangenen Jahres übernahm daher mit Jaroslav Šilhavý einer neuer Trainer die Nationalmannschaft. Seitdem hat sich die Stimmung im Team zum Positiven verändert. Aber auch nach den beiden Siegen jetzt im Juni sieht der neue Coach noch reichlich Arbeit vor sich:

Foto: ČTK / Jaroslav OžanaFoto: ČTK / Jaroslav Ožana „Wir dürfen jetzt nicht denken, dass wir zwei Spiele gewonnen haben und damit alles in Ordnung sei. Ich habe noch viele Fehler gesehen, die wir abstellen müssen. Insgesamt war diese Zusammenkunft der Nationalmannschaft aber eine gelungene Sache.“

Im Herbst muss Tschechien in der EM-Qualifikation zweimal auswärts antreten: zunächst am 7. September im Kosovo und dann drei Tage später in Montenegro.

11-06-2019