Einem geschenkten Gaul schaut der Zoll ins Maul

20-05-2011

Es passt in kein Paket, lässt sich schlecht verschicken und ist auch ansonsten ein recht ungewöhnliches Geschenk: Der Hengst Favory Alta XXI. Er ist das Geschenk, das die Tschechische Republik Prinz William und Kate Middleton zur Hochzeit gab, jedenfalls geben wollte. Einer wollte dabei nicht mitspielen – der Zoll. Denn verschickt werden können ja nur „Sachen“, deren Wert bekannt ist. Aber wie ist das bei einem Hengst-Geschenk?

Hengst Favory Alta XXI (Foto: Archiv Nationalgestüt Kladruby nad Labem)Hengst Favory Alta XXI (Foto: Archiv Nationalgestüt Kladruby nad Labem) Es ging zwar nicht um die Wurst, aber doch immerhin um ein Pferd – einen reinrassigen Hengst aus dem tschechischen Nationalgestüt Kladruby nad Labem. Die Kladruber sind – wegen ihrer ruhigen Art - erstklassige Wagenpferde. Und Ruhe bewahren, das konnte in diesem Falle auch nicht schaden. Die Tschechische Republik wollte den besagten Schimmel nämlich dem frisch vermählten Traumpaar Prinz William und Kate Middleton zur Hochzeit auf die Insel schicken. Aber er blieb in der Zollkontrolle hängen. Da kommt nämlich nur durch, was einen konkreten Preis hat, der auch anzugeben ist. Das ist bei Pferden nicht ganz einfach, zumal wenn sie ein Geschenk sind.

Prinz William und Kate MiddletonPrinz William und Kate Middleton Die Regierung musste also tätig werden, um eine internationale Peinlichkeit in Sachen Schimmel zu verhindern: „Sein Wert wurde auf 30.000 Euro festgelegt“, erklärte Premier Nečas vor der Presse, nachdem die Regierung am Mittwoch sich mit der Causa „Hengst“ befasst hatte. Und weiter hieß es:

„Die Regierung hat ihre Zustimmung gegeben zur unentgeltlichen Überführung des Hengstes Favory Alta XXI. an seine königlichen Hoheiten, den Herzog und die Herzogin von Cambridge. Es ist ein weißes Altkladruber Pferd, das weiterhin im Nationalgestüt Kladruby verbleiben wird.“

Nationalgestüt Kladruby (Foto: CzechTourism)Nationalgestüt Kladruby (Foto: CzechTourism) Weiterhin im Nationalgestüt Kladruby verbleiben? Das heißt nicht, dass William und Kate das tschechische Geschenk nicht angenommen hätten. Aber vorerst genügt ihnen ein genetischer Hufabdruck des Kladruber Schimmels: Seine königliche Hoheit hat angeblich Sperma des Hochzeitsgeschenks erbeten. Einem geschenkten Gaul schaut offenbar nicht nur der Zoll ins Maul. Vielleicht soll aber einfach auch nur ein Stück des tschechischen Schimmels in der Nähe des jungen Traumpaares sein.

20-05-2011