Ein Viertel der Fahrzeuge in Tschechien hat zu hohe Abgaswerte

06-12-2019

Die CO2-Emissionen in Tschechien sind seit dem Jahr 2000 um fast 54 Prozent Prozent gestiegen. Das geht aus dem Umweltbericht der Regierung für das Jahr 2018 hervor. Bisher war man davon ausgegangen, dass das Kohledioxid vor allem aus den Schloten der Kraftwerke und der Industrie entweicht. In diesem Bereich wurde aber ein Rückgang festgestellt. Stattdessen übersteigt bei einem Viertel der Autos hierzulande der Schadstoffausstoß massiv die Grenzwerte.

CO2-Messung von Automobilabgasen (Foto: ČTK / Michal Kamaryt)CO2-Messung von Automobilabgasen (Foto: ČTK / Michal Kamaryt)

Foto: RAVDesigns, Flickr, CC BY-SA 2.0Foto: RAVDesigns, Flickr, CC BY-SA 2.0 Zusammen mit der Polizei haben Experten des Dienstleistungszentrums für Straßenverkehr im Sommer in Prag und Mittelböhmen die Abgaswerte etlicher Autos überprüft. Dazu stand ihnen ein mobiles Kontrollfahrzeug zur Verfügung. Am Donnerstag verkündete Verkehrsminister Vladimír Kremlík (parteilos) gegenüber dem Tschechischen Fernsehen das Ergebnis der Kontrollen:

„Im Juni, Juli und August wurden mit Hilfe des Kontrollfahrzeugs 141 Autos überprüft. Von ihnen waren 33 in technischer Hinsicht nicht für den Straßenverkehr geeignet. Das heißt, bei unserem Pilotprojekt haben wir festgestellt, dass nahezu ein Viertel aller Autos den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht.“

Richard Brabec (links) und Vladimír Kremlík (2. von links). Foto: ČTK / Michal KamarytRichard Brabec (links) und Vladimír Kremlík (2. von links). Foto: ČTK / Michal Kamaryt Ein ernüchterndes Resultat. Umweltminister Richard Brabec (Ano-Partei) zeigte sich hingegen nicht sonderlich überrascht:

„Das ist für mich das klare Signal, dass etwas eingetreten ist, was ich vor zwei Jahren schon vorhergesagt habe. Damals habe ich die Konzentration von Abgasen auf unseren Straßen als kollektiven Selbstmord bezeichnet.“

Der Großteil der Fahrzeuge, die den Test nicht bestanden haben, waren Pkw und Kleintransporter. Pavel Nosek ist der Chef der Abteilung für Straßenverkehr beim Verkehrsministerium:

„Es hat sich um Fahrzeuge gehandelt, bei denen sich im Verlauf des Tests irgendwelche Mängel offenbart haben“, sagte Nosek.

Pavel Nosek (Foto: Tschechisches Fernsehen)Pavel Nosek (Foto: Tschechisches Fernsehen) Hauptsächlich seien dies starke Qualmbildung sowie Fehler bei der Elektronik gewesen. Die Konsequenz für diese Unzulänglichkeiten war ein einmonatiges Fahrverbot. In dieser Zeit musste der Fahrzeughalter die Mängel an seinem Wagen beseitigen lassen. 21 der 33 Autos wurden mittlerweile noch einmal kontrolliert. Doch fünf von ihnen seien erneut durchgefallen, ergänzte Nosek. Das hat auch Verkehrsminister Kremlík verärgert. Denn für ihn steht fest, dass einige Werkstätten hierzulande immer noch unzuverlässig arbeiten. Deshalb kündigte der Minister an:

„Unsere mobilen Kontrollfahrzeuge wollen wir ebenso bei der TÜV-Kontrolle einsetzen, die regelmäßig bei allen Kraftfahrzeugen durchgeführt werden muss. Bei einigen ausgesuchten Fällen wollen wir dabei auch Autos überprüfen, die gerade erst vom TÜV kommen.“

TÜV-Plakette (Foto: Hana Mikulincová, Archiv des Tschechischen Rundfunks)TÜV-Plakette (Foto: Hana Mikulincová, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Bei den Kontrollen im Sommer wurde nämlich festgestellt, dass einige der bemängelten Autos eine ziemlich neue TÜV-Plakette hatten. Derzeit kann das Dienstleistungszentrum für Straßenverkehr auf drei Kontrollfahrzeuge zurückgreifen. Ihr Einsatz soll demnächst auf alle Landesteile ausgeweitet werden. Andererseits bietet das Ministerium an: Wer sein Fahrzeug einer präventiven Kontrolle unterziehen lässt, hat im Mängelfall keine Sanktion zu befürchten.

06-12-2019