Ehrung in der Heimat: Sedlčany enthüllt Gedenktafel für Josef Radetzky

In unserem Kapitel aus der tschechischen Geschichte haben wir bereits an Josef Radetzky erinnert. Der österreichische Feldmarschall stammte aus dem Dorf Třebnice / Trebnitz in Böhmen. Heute gehört die Gemeinde zur Stadt Sedlčany. Und dort wurde am Samstag aus Anlass von Radetzkys 250. Geburtstag eine Gedenktafel enthüllt.

Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin (Foto: Martina Schneibergová)Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin (Foto: Martina Schneibergová) Mit Orgeltönen ging der Gottesdienst zu Ende, der in der Pfarrkirche St. Martin in Sedlčany am Samstagvormittag gefeiert wurde. Erinnert wurde dabei an Joseph Wenzel Graf Radetzky von Radetz und seine Familie. In der Kirche waren unter den vielen Gästen auch mehrere Männer in historischen Uniformen. Danach begaben sich die Anwesenden über den Marktplatz zum Gebäude des Stadtmuseums. Jan Bárta ist Vorsitzender des Prager Vereins „Radecký“:

„Unser Verein bemüht sich, das Andenken an unseren berühmten Landsmann aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder zu beleben. Er und sein Denkmal in Prag sollten nach 1918 vergessen werden. Die Gedenktafel wird daran erinnern, das Radetzky aus unserer Gegend stammte.“

Jan Bárta, David Hroch und Jiří Burian (Foto: Martina Schneibergová)Jan Bárta, David Hroch und Jiří Burian (Foto: Martina Schneibergová) Der Bürgermeister der Stadt, Senator Jiří Burian, und der Museumsleiter David Hroch haben nach Ansprachen die Gedenktafel enthüllt.

Bürgermeister Jiří Burian erklärt, warum die Tafel am Museumsgebäude angebracht wurde:

„Radetzky lebte hier nur bis zu seinem 10. Lebensjahr, dann ging er nach Prag. Zur Welt kam er im Schloss Třebnice. Das dortige Areal ist jedoch in privaten Händen und deswegen nicht zugänglich. Deshalb haben wir uns entschieden, die Gedenktafel auf dem Gebäude des Stadtmuseums anzubringen.“

Ausstellung über Radetzky (Foto: Martina Schneibergová)Ausstellung über Radetzky (Foto: Martina Schneibergová) David Hroch leitet das Stadtmuseum. Feldmarschall Radetzky sei die berühmteste Persönlichkeit, die aus Sedlčany stammte, erklärte er:

„Wir haben zum 250. Geburtstag von Radetzky bereits eine Ausstellung veranstaltet, die im Sommer dieses Jahres im Museum gezeigt wurde. Für die Schau haben wir viele Exponate ausgeliehen. Die Ausstellung war gut besucht und ist ausgezeichnet bei den Gästen angekommen.“

Am vergangenen Donnerstag fand zudem ein Seminar mit internationaler Teilnahme im Museum statt. David Hroch:

Gedenktafel für Josef Radetzky (Foto: Martina Schneibergová)Gedenktafel für Josef Radetzky (Foto: Martina Schneibergová) „Mit der Enthüllung der Gedenktafel erreicht eine Serie von Veranstaltungen zu Radetzky ihren Höhepunkt. Wir haben aus diesem Anlass auch eine Ansichtskarte herausgegeben. Darauf ist im Hintergrund das berühmte Gemälde der Völkerschlacht bei Leipzig von Wladimir Moschkow aus dem Jahr 1815 zu sehen. Radetzky hatte zum Sieg der verbündeten Heere über Napoleon bedeutend beigetragen. Zudem findet man auf der Ansichtskarte ein Foto des oberen Teils des Prager Radetzky-Denkmals, das jetzt im Lapidarium des Nationalmuseums in Prag aufbewahrt wird.“

Die Veranstaltungen um Radetzky haben mehr Besucher aus dem In- und Ausland nach Sedlčany gelockt. Bürgermeister Burian dazu:

„Während des Seminars über Radetzky habe ich mit einem österreichischen Teilnehmer gesprochen. Wir kamen auf die Idee, dass die Stadt Sedlčany engere Kontakte mit der Gemeinde knüpfen könnte, in der Radetzky bestattet ist. Ich glaube, dass dadurch auch der Fremdenverkehr in der Region einen Aufschwung erlebt.“