Diskussionen um ein verrücktes Rennen

Eigentlich klingt die Idee sympathisch: mit einem Minimum an Geld durch Europa zu reisen. Doch mittlerweile ist das sogenannte LowCostRace in die Schlagzeilen gekommen. Denn ein Fahrer der Prager Metro hat zwei junge Frauen nicht nur in die Fahrerkabine hineingelassen, sondern diese durften auch die Knöpfe bedienen. Und am Samstag ist eine weitere Teilnehmerin an den Krimmler Wasserfällen zu Tode gestürzt.

Foto: LowCost RaceFoto: LowCost Race Das LowCostRace findet bereits zum fünften Mal statt. Am vergangenen Freitag wurde es in Prag startet. Rund 140 Zweierteams nehmen diesmal teil. Mit nur 5000 Kronen (knapp 200 Euro) in der Tasche reisen sie durch Europa und müssen an sogenannten Checkpoints unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Die Rückkehr ist für den 13. August geplant.

Eine der insgesamt 40 Aufgaben lautet dieses Jahr, per Anhalter in einem ungewöhnlichen Transportmittel in Prag mitzufahren. In der Prager Metrostation Karlovo náměstí (Karlsplatz) hielten zwei junge Frauen, die unter dem Namen Black Ginger gestartet waren, ganz einfach den Daumen raus. Der Fahrer eines Zuges fand das wohl lustig und holte sie in die Kabine. Dort durften die Frauen sogar einige Knöpfe bedienen. Auf Facebook veröffentlichten Black Ginger dann stolz ein Video.

Foto: LowCost RaceFoto: LowCost Race Die Reaktionen darauf dürften die Teilnehmerinnen so wohl nicht erwartet haben. In den Medien hieß es unter anderem, die Sicherheit der Fahrgäste sei gefährdet gewesen. Außerdem ist der U-Bahn-Fahrer in Schwierigkeiten geraten. Aneta Řehková ist Sprecherin der Prager Verkehrsbetriebe:

„Weder die Fahrgäste noch die Sicherheit des Metrobetriebs waren unmittelbar gefährdet. Aber natürlich verstößt dies gegen die Vorschriften. Es handelt sich um ein persönliches Fehlverhalten des U-Bahn-Fahrers und eine Verletzung der Arbeitsdisziplin. Wir werden in diesem Vorfall schnell und kompromisslos handeln.“

Zunächst drohte dem Fahrer die Entlassung, letztlich wird er nur einen disziplinarischen Verweis erhalten. Doch am Dienstag hat sich auch die Polizei in die Sache eingeschaltet.

„In den Medien haben wir ein Video davon gefunden, wie zwei junge Frauen einen U-Bahn-Zug fahren. Die Polizei im ersten Prager Stadtbezirk beschäftigt sich nun mit diesem Video und untersucht, ob die jungen Frauen gesetzeswidrig gehandelt haben“, so Jan Daněk, Sprecher des tschechischen Polizeipräsidiums in Prag.

Krimmler Wasserfälle in Österreich (Foto: Andrew Bossi CC BY-SA 2.5)Krimmler Wasserfälle in Österreich (Foto: Andrew Bossi CC BY-SA 2.5) Mittlerweile wurde das Video von den Facebook- und Webseiten genommen. Und LowCostRace-Erfinder Micky Škoda denkt angeblich über Änderungen in den Regeln nach. Allerdings sagt er auch:

„Eine der Regeln lautet, dass man zu nichts gezwungen ist. Die Teilnehmer entscheiden selbst, welche Aufgaben sie erfüllen wollen. Sie müssen auch selbst die Verantwortung für ihr Handeln tragen. Das ist einer der Grundsätze, die wir ihnen vermitteln wollen.“

Die beiden Frauen von Black Ginger sind mittlerweile aus dem Wettbewerb ausgestiegen. Allerdings hat das ihren Aussagen nach einen anderen Grund. Denn am Samstag ist eine weitere Teilnehmerin des LowCostRace tödlich verunglückt. Die 24-jährige Frau wollte sich Berichten nach oberhalb der Krimmler Wasserfälle in Österreich die Haare waschen. Dabei rutschte sie auf einem nassen Stein aus und stürzte zu Tode.

Anscheinend hängt dieses tragische Unglück aber nicht mit einer der Aufgaben für die Rennteilnehmer zusammen. Die Organisatoren sagten, sie seien von dem Tod der Teilnehmerin geschockt. Und Micky Škoda fuhr am Wochenende selbst zu dem Unglücksort.