Böhmerwalddorf Červená / Rothsaifen lebt dank Bürgerinitiative nach Jahren auf

12-08-2008

Die Gegend um den Ort Červená / Rothsaifen bei Kašperské Hory / Bergreichenstein gehört heute noch zu den ruhigen Gegenden des Böhmerwaldes. Erst in den letzten Jahren wird sie allmählich von den Touristen entdeckt. Am vergangenen Sonntag hat sich die Zahl der Bewohner des Ortes vervielfacht: Die Wallfahrt, die hier vor drei Jahren erneuert wurde, lockte nicht nur aus der Umgebung viele Leute auf den Dorfplatz.

Vorsitzende der Bürgerinitiative Milan BechyněVorsitzende der Bürgerinitiative Milan Bechyně Červená, dessen deutscher Name Rothsaifen an die Goldwäscher-Vergangenheit erinnert, hat heute nur etwa 25 ständige Einwohner. Vor kurzem entstand hier jedoch eine Bürgervereinigung, die sich bemüht, den Ort mit reichhaltiger Geschichte wieder zu beleben. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Milan Bechyně, sagt, der Böhmerwald habe ihn schon immer sehr angezogen. Vor drei Jahren hat er mit seiner Frau ein Haus in Červená gebaut, und nun will er dort nicht nur wie bislang vorübergehend, sondern ständig wohnen.

Maria Hilf-Kapelle in Červená / RothsaifenMaria Hilf-Kapelle in Červená / Rothsaifen „Die Bürgervereinigung entstand nach zwei gelungenen Wallfahrtsfesten, die wir mit dem Böhmerwald-Verein gemeinsam veranstaltet haben, den der Historiker Vladimír Horpeniak vom Böhmerwald-Museum in Kašperské Hory leitet. Danach haben wir uns entschieden, selbst etwas für den Ort zu unternehmen. Nach 1945 war diese Region menschenleer und erst jetzt wird sie wieder allmählich besiedelt und belebt. Die hiesige Maria Hilf-Kapelle wollen wir nun in der Zusammenarbeit mit der Stadt Kašperské Hory renovieren. Als Bürgervereinigung haben wir nun den ersten Schritt unternommen: Wir haben das Kreuz und den Turmkopf vergolden lassen.

Červená / RothsaifenČervená / Rothsaifen Es gibt eine Tradition, dass in die Zeitkapsel, die sich im Turmkopf befindet, bestimmte zeittypische Dinge gelegt werden. Neben den Listen mit Unterschriften der Teilnehmer der diesjährigen Wallfahrt wollen wir vielleicht noch einige Zeitungsartikel über das Fest sowie ein paar Münzen dazu legen. Für uns war wichtig, dass uns die Borromäerinnen aus Prag einen Teil der Innenausstattung geschenkt haben. Sie schätzen unsere Bemühungen um die Wiederbelebung des Ortes und haben sich entschieden, uns einen Kreuzweg sowie Bänke für die Kapelle zu schenken.“

Červená liegt am kleinen Nebenfluss von Losenice, drei Kilometer südöstlich von Kašperské Hory entfernt. Der Ort kann den Besuchern nicht nur eine Kapelle bieten, sondern auch beispielsweise die unweit gelegene große keltische Burgstätte Obří hrad (Riesenburg) sowie die umliegende Natur mit schönen Aussichten auf die Hügel des Böhmerwaldes.

Fotos: Autorin

12-08-2008