Barocke Seufzer als Dankeschön

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds hat mit einem Festkonzert von Magdalena Kožená und dem Collegium 1704 in Potsdam sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Das mit starken Emotionen gefüllte Programm hat das Publikum hingerissen.

Václav Luks und Magdalena Kožená (Foto: Ondřej Staněk, Archiv des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds)Václav Luks und Magdalena Kožená (Foto: Ondřej Staněk, Archiv des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds) Die Geburtstagsfeier des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds wurde nach einem großen Straßenfest im Frühjahr in Prag nun mit einem Konzert in Potsdam fortgesetzt. Auf der Bühne standen die in Berlin lebende weltberühmte tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kožená und das tschechische Barockensemble Collegium 1704 unter der Leitung von Václav Luks. Der Dirigent:

„Das Collegium 1704 hat bei der Feier in Prag ein Konzert mit Musik von Jan Dismas Zelenka und Johann Sebastian Bach gespielt. Als Gegenstück haben wir gedacht, man sollte das schöne Jubiläum auch in Deutschland feiern.“

Im Publikum waren neben den Musikliebhabern aus Potsdam auch prominente Gäste und wichtige Protagonisten der tschechisch-deutschen Beziehungen, unter anderem der frühere Bundestagsvorsitzende Wolfgang Thierse und der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen. Der tschechische Botschafter in Berlin Tomáš Podivinský hob nach dem Konzert hervor, die Leistung, die man in den letzten 20 Jahren erbracht habe, sei ein Beispiel für andere Nationen in Europa. Die Beziehungen zwischen Prag und Berlin würden zeigen, wie man eine gute Nachbarschaft auch unter schweren Bedingungen und unter einer schweren historischen Belastung kooperativ, freundschaftlich und partnerschaftlich kreieren könne:

Foto: Markéta KachlíkováFoto: Markéta Kachlíková „Das war ein tolles Konzert. Wir haben eine gemeinsame Qualität geliefert, nicht nur heute Abend, sondern auch in den ganzen 20 Jahren gemeinsamer Arbeit. Das war ein Dank an alle, die daran beteiligt waren und sind und all diese Brücken und die tagtägliche Zusammenarbeit fundamental gestaltet haben. Also nicht nur an die Amtsträger und die Geschäftsführer, sondern insbesondere an die Leute, die die Projekte in den Regionen umgesetzt haben.“

Aus dem Zukunftsfonds werden Projekte gefördert, die Menschen beider Länder zusammenführen. Meist handelt es sich dabei unter anderem um Jugendaustausch, Kulturveranstaltungen, Sozialprojekte und Partnerschaften von Gemeinden. Seit 1998 hat der Zukunftsfonds insgesamt rund 57 Millionen Euro für mehr als 10.000 Projekte zur Verfügung gestellt. Tomáš Kafka war vor 20 Jahren mit dabei, als der Fonds gegründet wurde, und war sein erster Ko-Leiter aus Tschechien:

Tomáš Kafka (Foto: Ondřej Tomšů)Tomáš Kafka (Foto: Ondřej Tomšů) „Damals haben wir ein bisschen damit getrickst, um das entsprechende Geld von den Ministerien locker zu bekommen. Wir sagten damals, dass es nur zehn Jahre lang dauern werde, man brauche sich nicht vor den Folgekosten zu fürchten. Ich glaube, die zehn Jahre waren eine gute Zeit, um nicht nur die höheren Standards der deutsch-tschechischen Beziehungen zu verinnerlichen, sondern sie auch mögen zu lernen. Das heutige Konzert ist ein großes Dankeschön an alle, die den deutsch-tschechischen Beziehungen eine Chance gegeben haben, dass diese auch Freude und Spaß machen können. Und ich gestehe gerne ein, dass ich mich sehr erhaben fühle nach dem Konzert von Magdalena Kožená.“

Mit ihrem Programm „Il giardino dei sospiri“ (auf Deutsch: Der Garten der Seufzer) haben Magdalena Kožená und das Collegium 1704 dem Schicksal antiker Heldinnen in barocken Arien und Kantaten nachgespürt und das Publikum begeistert. Das Konzert wurde mit Standing Ovations belohnt.