Astronomische Uhr erstrahlt in neuem Glanz: Philosoph, Engel, Sternforscher Chronist kehren zurück

27-03-2012

Eine touristische Attraktion in Prag aber erstrahlt schon seit ein paar Tagen in ihrem neuen Gewand: die astronomische Uhr, der Orloj, hat eine weitere Sanierung erfahren. Was wurde repariert und wer präsentiert sich den Besuchern am Prager Rathaus nun in frischen Farben?

Petr SkálaPetr Skála Vor gut einer Woche wurde am Prager Rathaus kräftig gewerkelt. Der Grund: Nach einmonatigem Fehlen kehrten der Philosoph, der Engel, der Sternforscher und der Chronist an ihren festen Platz zurück – zum unteren Kreis des Orloj, an dem das Kalendarium mit den zwölf Monaten und zwölf Tierkreiszeichen abgebildet ist. Die vier zirka ein Meter hohen Holzfiguren hatten sich einer Schönheitskur unterzogen:

„Von Zeit zu Zeit sieht man, wie die Farbe der Figuren blass wird. Deshalb müssen sie regelmäßig lackiert werden. Zudem muss das Holz konserviert werden, damit es besser standhält gegenüber Rissen und dem Vogeldreck“,

beschreibt der Restaurateur des Orloj, Petr Skála, einen wesentlichen Teil seiner Arbeit. Das Auftragen des Lacks ist noch aus einem anderen Grund wichtig:

„Am gefährlichsten für die Figuren aber ist die Sonne, wegen ihrer ultravioletten Strahlung. Es gibt zwar heute schon Lacke mit UV-Schutz, doch die halten den Schutz nicht hundert Jahre aufrecht. Also muss der Lackanstrich stets erneuert werden.“

Diese Arbeiten wurden Mitte März abgeschlossen, wonach der Orloj wieder komplettiert wurde. Die Sanierungsarbeiten erstreckten sich über zwei Monate, erklärt Skála:

„Der Orloj war seit Mitte Januar unvollständig, als die erste Figurenreihe abgenommen wurde, und zwar die beweglichen Skulpturen in der oberen Reihe bei Uhr und Astrolab. Sie waren einen Monat lang in der Werkstatt. Danach haben wir die unteren Figuren abmontiert, doch jetzt ist der Orloj wieder komplett“,

sagte Skála am 14. März nicht ohne Stolz. Nach der Restaurierung und erneuten Konservierung der insgesamt acht Holzfiguren erstrahlt der Orloj jetzt wieder in neuem Glanz. Die astronomische Uhr muss sich aber nicht nur der Sonne oder der Tauben erwehren. Ab und zu treiben leider auch Wandalen ihr Unwesen. Zuletzt vor zwei Jahren, als ein betrunkner Tourist einen Abfallkorb auf den Orloj warf. Dadurch hatte eine der Figuren zwischenzeitlich ihre Hand verloren. Aus diesem Grund wünscht sich Skála auch wieder eine bessere Bewachung der Touristen-Attraktion:

„Früher war das der Fall. Hier stand ein kleines Wachhäuschen, von dem aus ein Stadtpolizist die Szenerie vor dem Orloj genau verfolgte. Wenn auch heute noch Wachmänner vor Ort wären, würde das sicher potenzielle Angreifer von einem möglichen Fehlverhalten abbringen.“

Dann wäre sichergestellt, dass die Prager und ihre Gäste beim Orloj auch den krähenden Hahn, die Apostel und den das Glockenspiel ausläutenden Sensenmann jederzeit hören und sehen können.

27-03-2012