Artyčok.TV – die Prager Initiative für Reportagen aus der jungen europäischen Kunstszene

Wer sich über die junge Kunstszene in Europa informieren will – und zwar in Bild und Ton – der hat mit dem Internetsender Artyčok.TV den idealen Link gefunden. Idee und Macher dieses Kunst-TV-Senders kommen aus Prag. Artyčok ist auf dem besten Wege Europa mit einem breiten Kunst-Korrespondenten-Netz zu überziehen. Christian Rühmkorf hat einen dieser Reporter in Berlin getroffen.

Webseite des Internetsenders Artyčok.TV (Foto: www.wikimedia.org)Webseite des Internetsenders Artyčok.TV (Foto: www.wikimedia.org) Einen täglichen Blick in Ateliers und Ausstellungsräume junger europäischer Künstler, die nicht oder noch nicht im medialen Rampenlicht stehen – das bietet das Internetportal Artyčok-TV. Einer der Kunst-Reporter von Artyčok.TV ist der Tscheche František Zachoval, der zurzeit aus Berlin berichtet:

„Ich suche Projekte junger Künstler, die in irgendeiner Weise spezifisch für die Berliner Kunstszene sind. Und so ist auch der Auftrag der Reporter-Teams in anderen Ländern und Städten wie zum Beispiel London.“

František Zachoval ist Leiter des Digital-Labors an der Prager Akademie der bildenden Künste. Dort haben er und weitere Mitarbeiter der Akademie den Internetsender Artyčok.TV vor fünf Jahren aus der Taufe gehoben. Heute betreiben dort vier feste Mitarbeiter das TV-Projekt. Zwischen 16 und 20 Reporter berichten über junge Kunst aus einem Dutzend Länder Europas.

František Zachoval (Foto: Pavel Klvaňa, www.wikimedia.org)František Zachoval (Foto: Pavel Klvaňa, www.wikimedia.org) „Das Team von Berichterstattern besteht hauptsächlich aus Kunststudenten an Akademien und Universitäten. Aber es sind auch professionelle Reporter von Fernseh- und Radiosendern dabei, die eben schon Erfahrungen haben.“

Der Berichtsschwerpunkt liegt auf Mittelosteuropa. Mittlerweile wird aber auch aus Serbien und Mazedonien berichtet; und mit England, Frankreich und den Niederlanden erschließt man auch Schritt für Schritt den Westen. Gesendet wird in Englisch oder Tschechisch mit englischen Untertiteln. Eine Reportage über eine Vernissage zu verpassen, gibt es bei Artyčok.TV nicht:

Foto: Ivan Svoboda, www.facebook.comFoto: Ivan Svoboda, www.facebook.com „Wir senden nicht live, sondern der Zuschauer wählt sich auf der Webseite Reportagen aus und kann sie herunterladen oder direkt anschauen. Seit Januar dieses Jahres haben wir jeden Tag einen neuen Beitrag, und senden also täglich aktuelle Informationen.“

Finanziell ermöglicht und zusammengehalten wird das Projekt auch durch Unterstützung aus Brüssel, vom Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds oder auch vom Visegrád-Fonds. Der Anfang von Artyčok.TV war nicht leicht. Aber schon nach einem halben Jahr sahen die Macher, dass es ein großes Interesse an diesem europäischen Kunst-TV gab. Und František Zachoval hat in Berlin alle Hände voll zu tun, um den Überblick zu behalten:

Foto: Marek Ther, www.facebook.comFoto: Marek Ther, www.facebook.com „Die Berliner Kunstszene ist riesig. Das ist ein großer Unterschied zur Prager Szene. In Berlin gibt es 90.000 Künstler und 900 Ausstellungs- und Kunsträume. Jeden Tag gibt es hier zig Neuigkeiten, über die man berichten kann. Ich bringe vier Reportagen im Monat aus Berlin, und da ist die Auswahl natürlich schwierig.“

Service:

Hier finden Sie das Angebot des Kunst-TV-Senders: http://artycok.tv