Adolf Born und Paul Flora - Eine Prager Begegnung

In seiner Heimat Österreich ist der Innsbrucker Zeichner Paul Flora sehr bekannt, in Tschechien hingegen können die meisten mit seinem Namen nur wenig anfangen. Dasselbe gilt umgekehrt für Floras tschechischen Kollegen Adolf Born. Werke beider Künstler können nun im Prager Klementinum in einer gemeinsamen Ausstellung bewundert werden. Organisiert wurde die Doppel-Schau vom Österreichischen Kulturforum Prag.

Adolf Born (Foto: CTK)Adolf Born (Foto: CTK) Wer Adolf Born liebt, wird auch von Paul Flora begeistert sein und umgekehrt: Wer Flora mag, wird sich auch in Born verlieben. Davon ist Walter Persché, der Direktor des Österreichischen Kulturforums in Prag, überzeugt. Im Prager Klementinum hat er deshalb beide Künstler zusammengebracht.

"Beide gehören derselben Generation an", sagt Persché. "Adolf Born ist gerade 76 geworden, Paul Flora wird in diesen Tagen 84."

Die beiden Künstler kannten einander persönlich nicht, die erste Begegnung fand Ende Juni bei der Vernissage in Prag statt. Dennoch spricht Persché von einem geistigen Zwillingspaar:

"Sie haben denselben, etwas hintergründigen Humor. Einen Humor, der seinen geistigen Großvater bei Herzmanovsky-Orlando aber auch bei Alfred Kubin hat. Einen leicht schwarzen Humor, wie er wahrscheinlich nur in Mitteleuropa entstehen konnte."

Adolf Born ist in Ceske Velenice geboren, dem tschechischen Teil jener Grenzstadt, die auf österreichischer Seite Gmünd heißt. Er habe die Hälfte seiner Verwandtschaft in Tschechien, die andere Hälfte in Österreich, sagt der Künstler, der perfekt Deutsch spricht und eine gewisse Liebe zur alten, österreichisch-ungarischen Monarchie hegt. Auch das hat er mit Paul Flora gemeinsam, meint Persché:

"Beide haben einen nostalgischen Hang zum verstaubten Pomp untergegangener Großreiche wie etwa Venedig oder die Habsburgermonarchie. Und beide zeigen uns eine ganze Reihe von Geschöpfen, die nur in der Phantasie existieren. Dabei besteht der Lustgewinn bei ihren Zeichnungen sicher auch darin, dass sie uns beweisen, dass diese Geschöpfe nur Popanze sind, vor denen wir uns nicht wirklich fürchten müssen."

Die Ausstellung in der neu eingerichteten Galerie Klementinum, unmittelbar gegenüber der Prager Karlsbrücke, wird noch bis zum 24. September zu sehen sein.