Zeman in Deutschland: gute Stimmung in Berlin

Tschechiens Staatspräsident Miloš Zeman hat ein positives Fazit aus seiner Visite in der Bundesrepublik gezogen. Die Atmosphäre sei freundlich gewesen, so Zeman nach dem Treffen mit Angela Merkel in Berlin am Freitag. Er freue sich auf weitere Gespräche mit der Kanzlerin und hoffe, dass die Große Koalition in Berlin weiterbesteht. Hauptthemen waren laut dem tschechischen Staatsoberhaupt die derzeitige wirtschaftliche Lage in Europa und die Gefahren einer neuen Wirtschaftskrise. Die Migration stand nicht auf dem Programm des Treffens, obwohl Zeman als einer der schärfsten Kritiker von Merkels Kurs in der Flüchtlingskrise gilt.

Als freundschaftlich bewertete Miloš Zeman auch das Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier. Zeman betonte dabei die außerordentlich guten Beziehungen beider Länder trotz der schwierigen Geschichte. Diese sollte man den Historikern überlassen, so Zeman. Reparationsforderungen wie beispielsweise Polen wolle Tschechien nicht stellen, versicherte der Präsident bei dem abschließenden Pressegespräch am Freitag. Gleichzeitig kritisierte Zeman die rechtspopulistische Alternative für Deutschland. Laut dem Prager Staatschef ist die gegen die sogenannten Beneš-Dekrete und das ist nicht im Sinne der Tschechischen Republik.

Tschechien und Deutschland tragen gemeinsam die Verantwortung, zur Beendigung der europäischen Krise beizutragen. Dies sagte Bundespräsident Frank Walter Steinmeier vor Gesprächen mit seinem Amtskollegen Miloš Zeman am Freitag in Berlin. Steinmeier erinnerte dabei an die gemeinsame bewegte Geschichte. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass beide Staaten heute befreundet seien, so der Sozialdemokrat. Nun müssten Deutschland und Tschechien für ein Ende der Differenzen zwischen Ost und West stehen.

Zeman weilt seit Mittwoch zu einem offiziellen dreitägigen Besuch in Deutschland. Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit Wirtschaftsvertretern. Zeman rief dabei deutsche Firmen zu weiteren Investitionen in Tschechien auf.