Wegen designierter Koalition in Brünn schwelt Streit zwischen Ano und ODS

Nach der überraschenden Wendung in den Koalitionsgesprächen um die Leitung des Stadtrats in Brno / Brünn hat Premier und Ano-Parteichef Andrej Babiš die Verhandlungstaktik der Bürgerdemokraten (ODS) als eine „Rückkehr zu den (Mafia-)Praktiken des Paten“ bezeichnet. Trotz des Wahlsieges der Ano-Partei haben sich die Bürgerdemokraten in Brünn relativ zügig auf die Bildung einer mehrheitsfähigen Koalition mit den Christdemokraten, den Piraten und den Sozialdemokraten geeinigt. Dabei hätten Ano und ODS vorher eine andere Vereinbarung getroffen. Eine ähnliche Entwicklung befürchte er zudem bei den Koalitionsverhandlungen in Plzeň / Pilsen, wetterte Babiš.

Die designierte Oberbürgermeisterin von Brünn, die Bürgerdemokratin Markéta Vaňková, wertete Babišs Äußerungen lediglich als einen medialen Angriff. Solange die ODS in Brünn mit der Ano-Partei verhandelt habe, war nie von „Paten“ zu hören gewesen, entgegnete Vaňková. ODS-Parteichef Petr Fiala sprang ihr zur Seite. Auf die Aussage des Premiers reagierte er mit den Worten: „Im Gegensatz zu Herrn Babiš kenne ich niemanden dergleichen, geschweige dass ich einen ´Paten´ duze oder mit ihm Geschäfte mache.“