Vizepremier Bělobrádek: Tschechien muss sich klar zu Havel und seinen Werten bekennen

Die Äußerungen einiger tschechischer Politiker über die Menschenrechte oder über Václav Havel beirren die Verbündeten und könnten auch die Beziehungen Tschechiens zu den Vereinigten Staaten verkomplizieren. Zum Beispiel bei der Absprache eines Treffens zwischen Premier Bohuslav Sobotka und dem amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden, sagte Vizepremier und Christdemokraten-Chef Pavel Bělobrádek am Donnerstag in Prag. Um dieses Treffen bemühe sich die tschechische Diplomatie schon mehrere Monate, bislang aber ohne Erfolg. Von tschechischer Seite sollte es vielmehr die klare Bekundung geben, dass Havels Werte für die Menschen hierzulande kein Fremdwort seien. Für Tschechiens Verbündete sei es vielfach unverständlich, weshalb und warum von hiesigen Politikern nicht selten unbedarfte Äußerungen zu den Menschenrechten oder Havel gemacht würden. Selbst eine spätere Korrektur oder Richtigstellung könne oft den bitteren Nachgeschmack über den vorherigen „Fehltritt“ nicht beseitigen, sagte Bělobrádek gegenüber der Agentur ČTK. In der kommenden Woche nimmt der Vizepremier an der feierlichen Enthüllung einer Václav-Havel-Büste im amerikanischen Kongress teil.