Urteil gegen Pussy Riot stößt in Tschechien auf harsche Kritik

18-08-2012

In Tschechien stößt das Urteil eines Moskauer Gerichts gegen die drei Frauen der russischen Punkband Pussy Riot auf harsche Kritik. Für ihr Protestgebet gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche wurden sie am Freitag zu je zwei Jahren Straflager verurteilt. Eine viel zu harte Strafe für eine Tat, bei der kein Schaden entstanden sei, weder in gesundheitlicher noch in eigentumsrechtlicher Hinsicht, heißt es in einer Stellungnahme des tschechischen Außenministeriums. Als völlig unangemessen bezeichnete auch der außenpolitische Experte der Sozialdemokraten, Lubomír Zaohrálek, das Urteil. Die Tat der drei Frauen hätte man als eine Ausschreitung bewerten und ihnen dafür eine Bewährungsstrafe erteilen müssen, erklärte Zaohrálek. Die tschechische Zweigstelle der Organisation Transparency International bezeichnete die drei Aktivistinnen als das „gefangene Gewissen“ – sie wurden verurteilt, obwohl sie lediglich ihre Überzeugung kundgetan haben.

Das Moskauer Chamowniki-Gericht aber sah es anders: Die drei Frauen seien schuldig, aus tiefstem Hass gegenüber Gläubigen die Gefühle russisch-orthodoxer Christen verletzt zu haben, sagte Richterin Maria Syrowa. Im Gericht wurden die Punkladys von Pussy Riot strengstens bewacht und abgeschirmt – sie mussten die Urteilsverkündung stehend in einem Glaskasten vernehmen.