Umfrage: Vertreibung war gerechtfertigt, Gewaltanwendung nicht

Eine Mehrheit der Tschechen hält die Vertreibung der Sudetendeutschen für unvermeidlich und gerechtfertigt, nicht jedoch die gewalttätige Durchführung. Dies geht aus einer Umfrage der Organisation Paměť národa (Gedächtnis der Nation) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach bewerten 70 Prozent der Befragten die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als unvermeidlich. 61 Prozent gaben an, sie sei gerechtfertigt gewesen. 82 Prozent der Befragten lehnen eine Rückgabe von früherem Eigentum ab, zwei Drittel halten eine Entschuldigung für die Vorgänge nicht für notwendig. Zugleich verurteilen 78 Prozent der Befragten die gewaltsamen Ausschreitungen während der Vertreibung. Wie der Leiter von Paměť národa, Mikulaš Kroupa gegenüber der Presseagentur ČTK sagte, spalte das Thema die tschechische Gesellschaft auch noch 70 Jahre danach. Die nachwachsende Generation halte die Vertreibung allerdings für nicht hinnehmbar.