Tschechische Historiker fordern Zugang zu russischem Archivmaterial über Flüchtlinge vor Hitler

19-06-2019

Tschechische Forschungsinstitutionen haben die zuständigen Stellen in Russland in einem offenen Brief darum gebeten, Archivalien zu tschechoslowakischen Flüchtlingen vor Hitler zugänglich zu machen. Viele dieser rund 10.000 Flüchtlinge wurden in der Sowjetunion verhaftet und in Lager verschleppt. Sie waren wegen der Besetzung Böhmens und Mährens durch die Nationalsozialisten beziehungsweise vor dem klerikalfaschistischen Regime in der Slowakei geflohen.

Der Historiker Adam Hradílek verlas den Brief am Mittwoch bei einem tschechisch-russischen Diskussionsforum in Moskau. Hinter der Aufforderung stehen unter anderem das Archiv für das Studium totalitärer Regimes, die Akademie der Wissenschaften und das Jüdische Museum in Prag.