Tschechien stimmt als erstes postkommunistisches Land "Homo-Ehe" zu

Die Tschechische Republik hat als erstes postkommunistisches Land die "Homo-Ehe" gebilligt. Ein entsprechendes Gesetz über die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wurde am Mittwoch vom Abgeordnetenhaus in Prag nach jahrelangem Streit verabschiedet. Das Parlament überstimmte mit der erforderlichen Mehrheit von 101 Stimmen ein Veto des Staatspräsidenten Vaclav Klaus, der das Gesetz als "tragischen Irrtum" kritisiert hatte. Prominente Tschechen wie der Sänger Karel Gott hatten vergeblich an das Staatsoberhaupt appelliert, seine Blockadehaltung aufzugeben. In Umfragen hatten regelmäßig rund 60 Prozent der Tschechen erklärt, sie würden ein solches Gesetz begrüßen. Homosexuelle Paare haben nun auch in Tschechien die Möglichkeit, ihre Partnerschaft bei einer Behörde eintragen zu lassen. Daraus erwachsen Rechten und Pflichten, deren Fehlen bislang schwule und lesbische Paare nach Ansicht der Betroffenen im Alltag diskriminiert hat. Die Adoption von Kindern bleibt jedoch untersagt. Konservative Kreise in Tschechien kritisieren das Gesetz.