Tschechien kämpft mit Ärztemangel – Kammer beklagt falsche Lösung

In Tschechien arbeiten der hiesigen Ärztekammer (ČLK) zufolge mehr als 400 ausländische Ärzte, ohne die erforderlichen Sprach- oder Zulassungsprüfungen absolviert zu haben. 145 von ihnen tuen das auf der Basis des sogenannten Projektes Ukraine, sagte Kammerpräsident Milan Kubec am Dienstag der Presseagentur ČTK. „Die Wirklichkeit sieht so aus, dass sie als billige Arbeitskräfte genutzt werden und ganz ohne Aufsicht arbeiten“, ergänzte Kubec. Es liege eine Beschwerde gegen einen Mediziner vor, der nicht erkannt habe, dass ein Kind seinen Schnuller verschluckt hatte. Die Kammer forderte bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Bezahlung, um die Abwanderung zu begrenzen.

In der Tat ziehen jedes Jahr ziehen Hunderte tschechische Ärzte nach Deutschland oder in andere westliche EU-Staaten. Die Lücke wird oft mit ausländischen Medizinern gefüllt, viele davon aus der Ukraine und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken. Am Dienstag beschloss die Regierung aus Ano-Partei und Sozialdemokraten, die Zahl der Studienplätze für Medizin um 15 Prozent zu erhöhen. Derzeit absolvieren jährlich rund 1300 Studenten ein Medizinstudium in Tschechien.