Trauerakt für zwei ertrunkene vietnamesische Jungen wohnten 150 Menschen bei

Rund 150 Menschen haben am Sonntag Abschied genommen von zwei vietnamesischen Jungen, die im Schwimmbad Lhota unweit von Prag ertrunken sind. An einem hölzernen Kreuz, errichtet an einem Waldweg in der Nähe des Bades, legten sie Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Einige Trauergäste sangen leise, die Vertreter der vietnamesischen Volksgruppe warfen nach überlieferter Sitte eine Handvoll Reis an den symbolischen Gräberort.

Mit diesem Trauerakt wolle man gleichzeitig die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft thematisieren, sagte einer der Redner. Ihm zufolge sei es wichtig, diese Gleichgültigkeit zu überwinden und nicht zu schweigen, wenn Leid oder Ungerechtigkeit geschehe. „Wir alle sind heute Hinterbliebene“, äußerte ein weiterer Trauergast, der evangelische Theologe Petr Sláma. Eine vietnamesische Frau zeigte sich beeindruckt: „Es hat mich sehr berührt, dass die Veranstaltung von den Tschechen organisiert wurde“, sagte sie.

Die Umstände des Unglücks, dass sich am Donnerstag ereignete, untersucht die Polizei. Den Berichten einiger Medien zufolge soll das Personal des Schwimmbads die Überwachung der Badeanstalt vernachlässigt haben. Der Direktor der Anlage, Robert Nedvěd, entgegnete über das Internetportal iDnes, seine Mitarbeiter hätten das Maximum zur Rettung der beiden Vietnamesen getan. Die Mütter der Jungen hatten ihre Kinder offenbar zu lange sorglos aus den Augen gelassen. Die Tschechisch-Vietnamesische Gesellschaft fordert Aufklärung in dem Fall.