Staatspräsident Zeman erwägt wegen Streit um 1968, seine Russlandreise abzusagen

28-12-2019

Staatspräsident Miloš Zeman erwägt, seinen Besuch in Russland im kommenden Jahr abzusagen. Als Grund nannte Zeman die Kritik des tschechischen Außenministeriums an der Entscheidung des tschechischen Parlaments, den 21. August zum Gedenktag zu erklären. Am 21. August 1968 waren die Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei einmarschiert und walzten die Reformbewegung „Prager Frühling“ nieder. Bei der Invasion und der anschließenden Besatzung durch die Sowjets kamen laut Historikern insgesamt 137 Menschen ums Leben, an diese will Tschechien erinnern.

Der tschechische Staatspräsident ist Anfang Mai 2020 zu den Feierlichkeiten in Moskau zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren geladen. Wie Zeman erläuterte, sei es wichtig, an dieses Ereignis zu erinnern. Deswegen könne er sich auch vorstellen, letztlich doch nach Moskau zu fahren und den russischen Gastgebern seinen Standpunkt zu 1968 klarzumachen.