Staatsanwalt schlägt zehn Jahre Gefängnis für Prager Terror-Imam vor

11-02-2020

Der ehemalige Prager Imam Samer Shehadeh soll für die Unterstützung von terroristischen Organisationen mit zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Das Strafmaß hat der zuständige Staatsanwalt am Dienstag vorgeschlagen. Man habe beweisen können, dass Shehadeh seinem Bruder Omar und dessen Partnerin Fatima Hudková geholfen hat, nach Syrien auszureisen und sich dort der Terrororganisation Al-Nusra anzuschließen, sagte der Staatsanwalt in seinem Abschlussplädoyer vor dem Prager Stadtgericht. Über die beiden Boten hätten die Terroristen zudem Gelder erhalten, die bei einer Spendensammlung in Tschechien zusammenkamen. Shehadeh gab dies zu, er hält sein Verhalten jedoch für keine Straftat.

Laut dem Staatsanwalt steht die Al-Nusra-Front auf der Liste der internationalen Terrororganisationen. Die Brüder Shehadeh und Fatima Hudková haben mit der Beteiligung an einer Terrorgruppierung und der Finanzierung des Terrorismus eine Straftat begangen. Die Staatsanwaltschaft forderte deshalb auch zehn Jahre Gefängnis für Omar Shehadeh und fünf Jahre für seine Partnerin.

Die Geheimdienste begannen sich für den ehemaligen Prager Imam schon vor einigen Jahren zu interessieren, als er die Moslems aufforderte, an keinem Gottesdienst der Christen gegen Terrorismus teilzunehmen. Der Imam hat Tschechien 2017 verlassen. Die Polizei fasste ihn in Jordanien. Seit 2018 sitzt er in der Haft.