Sozialministerium will Mindestlohn erneut erhöhen – Handelskammer dagegen

04-09-2019 aktualisiert

Das Ministerium für Arbeit und Soziales schlägt vor, den Mindestlohn im kommenden Jahr um 1350 Kronen (52 Euro) auf insgesamt 14.700 Kronen (561 Euro) aufzustocken. Das sagte Ressortchefin Jana Malačová (Sozialdemokraten) am Dienstag nach ihrem Treffen mit führenden Gewerkschaftsvertretern. Die Gehälter in der öffentlichen Verwaltung sollten nach Vorstellung der Sozialdemokraten um 5,2 Prozent angehoben werden. Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15.000 Kronen (573 Euro), über den Zuwachs weiterer Einkommen wolle man weiter verhandeln.

Finanzministerin Alena Schillerová (parteilos) hält eine Aufstockung von drei Prozent bei den Gehältern im öffentlichen Sektor indes für angemessen und ausreichend. Konsequent gegen eine weitere Erhöhung des Mindestlohns ist die tschechische Handelskammer. Die Arbeitgeber müssten sich erst einmal von den rasanten Steigerungen der letzten Jahre erholen. Jeder weitere Zuwachs würde sich der Kammer zufolge in den Geldbörsen aller Haushalte des Landes spürbar bemerkbar machen. Denn dann würden sich auch solche Dienstleistungen wie Reinigung, Ernährung oder Autoverkehr erhöhen. Und dies seien Dienste, in der der Anteil der Beschäftigten mit geringer oder gar keiner Qualifikation am höchsten sei, sagt die Kammer.