Sokol-Vereine gedenken Nazi-Opfern aus eigenen Reihen

08-10-2019

Die Sokol-Turnvereine begehen am Dienstag ihren Gedenktag für Freiheit und Demokratie. Anlass ist die Deportation von 1500 Sokol-Mitgliedern in nationalsozialistische Konzentrationslager Anfang Oktober 1941. Kurzdarauf wurden die Vereine von den deutschen Besatzern verboten. In ganz Tschechien finden deshalb Gedenkveranstaltungen statt, Höhepunkt ist ein Treffen von Sokol-Delegierten im Prager Tyrš-Haus.

Die Sokol-Bewegung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in den slawisch-besiedelten Gebieten Österreich-Ungarns als Gegengewicht zur deutschen Turnbewegung. Auf dem Gebiet Tschechiens wurde der Sokol in beiden Weltkriegen und anschließend im Kommunismus verboten. Seit der Neugründung im Jahr 1989 ist die Zahl der Mitglieder auf 160.000 angewachsen.