SLÖ übt Kritik am Senatsvorsitzenden Pithart

18-05-2004

Die Sudentendeutsche Landsmannschaft Österreichs (SLÖ) hat am tschechischen Senatsvorsitzenden Petr Pithart Kritik geübt. Pithart hatte eine Preisverleihung durch bayrische Christdemokraten für seine Bemühungen um die tschechisch-deutschen Beziehungen vorerst abgelehnt. Pithart, selbst Christdemokrat, begründete seine Entscheidung damit, dass die bayrischen CSU-Abgeordneten im Europaparlament gegen einen Beitritt Tschechiens zur EU gestimmt hatten, weil sie zuerst eine Aufhebung der so genannten Benes-Dekrete forderten. Die Benes-Dekrete dienten als rechtliche Grundlage für die Vertreibung Deutscher und Ungarn aus der ehemaligen Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg. Pithart hatte kürzlich gesagt, eine Aufhebung einiger der Dekrete sei in Zukunft möglich. Der SLÖ-Vorsitzende Gerhard Zeisel kritisierte am Montag diese Aussage. Zeisel sagte, es gehe Pithart vor allem darum, dass im Zusammenhang mit einer Aufhebung keine Forderungen seitens der sudetendeutschen Verbände verbunden seien, wie die Rückgabe von ehemaligem Besitz.