Škoda Auto distanziert sich von Wahlkampagne des Bürgermeisters

Der Pkw-Hersteller Škoda Auto hat sich von der Wahlkampagne des Bürgermeisters von Mladá Boleslav / Jungbunzlau, Raduan Nwelati (ODS), distanziert. In der mittelböhmischen Stadt, in der Škoda seinen Sitz hat, ruft der ODS-Spitzenkandidat für die Kommunal- wie auch die Senatswahl dazu auf, null Toleranz gegenüber Ausländern zu zeigen. Die Vertreter des Automobilbauers haben daraufhin an Nwelati einen Brief geschrieben, in dem sie ihm mitteilen, durch seine Kampagne den guten Ruf von Škoda Auto zu missbrauchen. Die in Mladá Boleslav lebenden Ausländer sind in der Mehrheit Arbeitnehmer des Pkw-Herstellers, heißt es. Nwelati antwortete gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK, diesen Brief bisher nicht gelesen zu haben.

Laut der Agentur, die den Brief von Škoda Auto erhalten hat, lehnt der Autokonzern jede Form der Diskriminierung aufgrund einer ethnischen oder nationalen Zugehörigkeit ab. Nwelati hatte vor kurzem im sozialen Netz den Entwurf seines Wahlplakats veröffentlicht, das unter dem Slogan geführt wurde, „Boleslav gehöre den Menschen aus Boleslav und Ausländern gegenüber solle man keine Toleranz zeigen. Wer hier arbeiten wolle, solle die Regeln einhalten oder verschwinden.“ Später korrigierte Nwelati, dass null Toleranz nur für Ausländer gelte, die die Gesetze nicht einhielten. Plakate mit dem Wahlslogan des Bürgermeisters hängen bereits in den Straßen aus.