Senatspräsident Kubera warnt in Terezín vor Gleichgültigkeit

19-05-2019

In der Gedenkstätte Terezín wurde am Sonntag der Opfer des Ghettos Theresienstadt und des damaligen Gestapo-Gefängnisses gedacht. Senatspräsident Jaroslav Kubera (Bürgerdemokraten) hat in Terezín die Notwendigkeit betont, gegen die Gleichgültigkeit zu kämpfen. Kubera erinnerte daran, dass 1945 bei der Eröffnung des Nationalfriedhofs in Terezín die ehemalige Gefangene aus der Kleinen Festung von Terezín, die Politikerin Milada Horáková, eine Rede hielt. „Was die Nationalsozialisten nicht geschafft haben, haben fünf Jahre später die Kommunisten vollendet, “ sagte der Senatspräsident. Horáková wurde nach einem Schauprozess von den Kommunisten hingerichtet.

Der ehemalige Gefangene aus dem Ghetto Theresienstadt, Toman Brod, appellierte an die Jugendlichen, dass sie nie der Praxis einer kollektiven Verurteilung verfallen dürfen. Am Gedenkakt nahmen unter anderem Premier Andrej Babiš (Ano-Partei), Vizepremier Jan Hamáček (Sozialdemokraten) und der Vorsitzende des Verfassungsgerichts Pavel Rychetský teil.

In den Jahren 1940 bis 1945 wurden ins Gefängnis der Prager Gestapo in der Kleinen Festung, ins Ghetto Theresienstadt und ins Konzentrationslager in Litoměřice / Leitmeritz mehr als 200.000 Menschen aus vielen Ländern Europas verschleppt. Auf dem Nationalfriedhof befinden sich 2386 einzelne Gräber und einige Granitpylonen, unter denen Tausende Menschen bestattet sind.