Schauspieler Jan Tříska stirbt nach Sturz von Karlsbrücke

In der Nacht auf Montag ist in Prag der tschechisch-amerikanische Schauspieler Jan Tříska gestorben. Dies teilte Regisseur Jiří Mádl mit. Der 80-jährige Tříska erlag den schweren Verletzungen, die er am Samstag beim Sturz von der Prager Karlsbrücke erlitten hat. Seit Samstag lag er auf der Intensivstation im zentralen Militärkrankenhaus in Prag.

Jan Tříska gehörte zu den talentiertesten Schauspielern der 1960er Jahre. Mit Regisseur Otomar Krejča gründete er 1966 das Theater „Divadlo za branou“. Er spielte im Theater sowie in Filmen. 1972 wurde das Theater geschlossen. Der Schauspieler entschied sich für Emigration, nachdem sein Freund Václav Havel im Januar 1977 verhaftet worden war. Tříska flüchtete mit seiner Familie zuerst nach Toronto, später ließ er sich in Kalifornien nieder. In den USA spielte er in vielen Filmen, darunter in Miloš Formans Streifen „Ragtime“ und „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit.“

Seit der Wende 1989 reiste Tříska immer wieder nach Tschechien. Er trat mehrmals in den Prager Theatern auf und spielte in einigen tschechischen Filmen. In dem für den Oscar nominierten Film „Die Volksschule“ von Regisseur Jan Svěrák (1991) stellte Tříska einen Lehrer mit unorthodoxen Methoden dar. Er spielte auch im neuesten Svěráks Film „Po strništi bos“ (zu Deutsch „Barfuß über das Stoppelfeld“). In diesen Tagen sollten Dreharbeiten für einen neuen Film „Na střeše“ (zu Deutsch „Auf dem Dach“) von Regisseur Jiří Mádl beginnen.